USA erhöhen Druck auf Deutschland mit Ukraine-Konferenz

International26. April 22 10:50Aktualisiert am 26. April 22 13:23AutorBNR Web-Editoren

Die Vereinigten Staaten organisieren eine Konferenz zur Ukraine in Deutschland. Obwohl nicht offiziell Teil der NATO, werden Vertreter von mindestens 20 Verbündeten anwesend sein. Mit dem Gipfel wollen die Vereinigten Staaten die Zusammenarbeit zwischen dem amerikanischen Militär und europäischen Armeen stärken, aber laut dem deutschen Korrespondenten Derk Marseille soll der Gipfel auch den Druck auf die deutsche Regierung erhöhen, schwere Waffen an die Ukraine zu liefern.

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Amerikanischer Druck auf Deutschland

Die Konferenz findet auf der US Air Base Rammstein in Deutschland statt, einem der größten US-Militärflughäfen der Welt und Sitz der US Air Force in Europa. Laut Marseille wird die Agenda als „etwas schwammig“ beschrieben. „Amerika glaubt, dass der Schlüssel darin besteht, eine Diskussion mit Gleichgesinnten darüber zu beginnen, wie man eine langfristige Verteidigungsbeziehung mit der Ukraine aufrechterhält.“ Marseille glaubt, dass der Gipfel lediglich dazu gedacht ist, mit Gleichgesinnten Strategien über den aktuellen Krieg in der Ukraine zu diskutieren.

Der Gipfel wird sich auch mit der Modernisierung des US-Militärs und der europäischen Armeen und deren Einsatzfähigkeit befassen. Auch das „Potenzial“ deutscher Rüstungshersteller steht auf der Agenda und wie es besser ausgeschöpft werden kann. „Man merkt, dass diese Konferenz wirklich dazu dient, auch den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, schwere Waffen an die Ukraine zu liefern.“

Auch in diesem Sinne ist der Standort markant. Marseille erinnert daran, dass Rammstein nach dem Zweiten Weltkrieg von Amerikanern und Franzosen gegründet wurde, um Deutschland zu schützen. Der Luftwaffenstützpunkt spielte im Kalten Krieg eine wichtige Rolle. Anfang dieser Woche reisten US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und Außenminister Antony Blinken zu Konsultationen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj nach Kiew.

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UDC

Im Deutschen Bundestag fordert die Oppositionspartei nun auch die CDU, die Partei von Angela Merkel, auf, endlich schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Obwohl die Regierung dies offiziell nicht berücksichtigen muss, macht es die Situation für Kanzler Olaf Scholz, Marseille, noch komplizierter. „Normalerweise haben die Oppositionsparteien in Deutschland nicht viel zu sagen, aber es kommt ein Verteidigungshaushalt von 100 Milliarden Euro an Mehrausgaben.“ Ihm zufolge sei es in Deutschland bei einer so wichtigen Entscheidung üblich, die größte Oppositionspartei, in diesem Fall die CDU, in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

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Parteilinien

Trotz Scholz‘ sinkender Popularität und steigendem Druck erwartet Marseille von der Kanzlerin keine Änderung ihrer Haltung zu Waffenlieferungen an die Ukraine. „Scholz wird nicht wegschauen, weil er jemand ist, der versucht, langfristig zu denken, und dazu jetzt eine prinzipielle Haltung eingenommen hat.“ Die Kanzlerweisheit lautet: Die Lieferung schwerer Waffen macht Deutschland zu einem potenziellen Ziel für Russland.

Allerdings gibt es auch Gerüchte in den deutschen Medien, dass die Regierung mehr für die Ukraine tun wird. So berichtet die Süddeutsche Zeitung, Deutschland werde Flugabwehrgeschütze an die Ukraine liefern. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht würde die Zusage beim Treffen auf der Rammstein Air Base geben.

Unterdessen sagte der Vizekanzler der Grünen, Robert Habeck, am Wochenende, Deutschland hätte der Ukraine Jahre früher Militärhilfe leisten sollen, aber Marseille sagte, die Spaltungen innerhalb der Regierung blieben entlang der „Parteilinien“. „Die Grünen sagen das seit Jahren, und die SPD stellt sich weiterhin gegen ihre Position.“

Innerhalb von Scholz‘ Partei gibt es nun auch viel zu tun um die Position von Parteiikone und Altkanzler Gerhard Schröder, der in den letzten Jahren vor allem als großer Freund des russischen Präsidenten Putin bekannt geworden ist und inzwischen sein Geld in großem Russisch verdient Energieunternehmen. . Aufgrund seiner anhaltenden Unterstützung für Russland kann seine Parteimitgliedschaft beendet werden. Schröder hat an diesem Wochenende zum ersten Mal seit langem wieder ein Interview gegeben. Gegenüber der New York Times zeigte sich der ehemalige Bundeskanzler bemerkenswert kämpferisch. „Ich mache kein Mea Culpa.“

Mariele Geissler

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