Berlin: Russland nutzt Energie als „Waffe“


Foto: ANP

Russland setzt Energie als „Waffe“ gegen den Westen ein. Das sagte Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck zu den Moskauer Sanktionen gegen westliche Energiekonzerne. Auch wird weniger Gas von Russland nach Europa über Pipelines durch ukrainisches Territorium transportiert.

Laut Habeck gerät die Situation außer Kontrolle und Russland setzt Energie nun als Waffe in verschiedenen Bereichen ein. Die europäischen Gaspreise sind am Donnerstag aufgrund von Bedenken über russische Lieferungen über die Ukraine und Moskaus Sanktionen gegen westliche Unternehmen stark gestiegen. Dazu gehören auch europäische Tochtergesellschaften des russischen Gaskonzerns Gazprom, die nun vom Handel mit Russland ausgeschlossen sind.

Deutschland arbeitet seit einiger Zeit daran, unabhängiger von russischem Gas zu werden, etwa durch den Bau weiterer Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG). Deutschland ist einer der größten Abnehmer von russischem Gas. Aufgrund des sich verschärfenden Streits zwischen Russland und dem ukrainischen Gasnetzbetreiber, so Habeck, kämen inzwischen 3 % weniger importiertes Gas nach Deutschland.

Russland wurde wiederholt vorgeworfen, seine fossilen Brennstoffe als geopolitische und wirtschaftliche Waffe einzusetzen, unter anderem von den Regierungen der USA und der Ukraine sowie der Internationalen Energieagentur (IEA).

Die für das Gasleitungsnetz zuständige Nederlandse Gasunie sieht noch keine Probleme mit dem Rückgang der nach Deutschland transportierten Gasmengen. Anfang dieser Woche gab die deutsche Gasinfrastrukturbehörde bekannt, dass mehr Gas aus den Niederlanden, aber auch aus Norwegen nach Deutschland strömt.

„Dies wurde seit der Krise in der Ukraine erwartet. Zuerst kamen alle Gasströme aus dem Osten, aber jetzt wird mehr LNG aus anderen Ländern verwendet, also geht mehr von West nach Ost“, sagte eine Sprecherin von Gasunie.

Helfried Beck

„Analyst. Totaler Alkoholkenner. Stolzer Internet-Fan. Ärgerlich bescheidener Leser.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.