Start des Güterzugversuchs mit digitaler automatischer Kupplung

Start des Güterzugversuchs mit digitaler automatischer Kupplung

Mehr Kapazität

Die Deutsche Bahn gibt bekannt, dass in Deutschland ein Güterzug mit digitaler automatischer Kupplung (DAK) zu einer monatelangen Testfahrt durch Europa gestartet ist.

Die automatische Kupplung ermöglicht das Kuppeln von Güterwagen ohne menschliches Zutun. Auch die Anschlüsse für die Bremsen werden automatisch miteinander verbunden.

Automatisierte Rangiervorgänge

Technologie ermöglicht schnellere automatisierte Manövriervorgänge. Infolgedessen wird erwartet, dass die neue Technologie die Frachtumschlagskapazität erheblich steigern wird. Die neue Kupplungstechnik wird laut der Deutschen Bahn auch dazu führen, dass die Züge länger und schwerer werden sowie schneller fahren und damit die Gesamtkapazität auf der Strecke erhöhen. Letztlich soll diese neue Technologie EU-weit zum Einsatz kommen.

Der Zug wird von Deutschland nach Österreich und in die Schweiz fahren. Danach werden auch andere EU-Länder besucht. Anfang dieses Jahres fanden Kupplungsversuche in Rangierbahnhöfen und Versuche auf Zugverbindungen in Deutschland statt. Mit der Testfahrt durch andere Länder wollen die Forscher Fahrsituationen testen, die in Deutschland nicht möglich sind, etwa engere Kurven, stärkere Steigungen oder andere klimatische Bedingungen. Die Tests werden bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Investition

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Verkehr in Deutschland investiert 13 Millionen Euro in das Forschungsprojekt. Derzeit sind auch 6 Unternehmen an dem Projekt beteiligt. Neben der DB und ihrer Tochtergesellschaft DB Cargo sind dies die schweizerischen und österreichischen Eisenbahnunternehmen SBB Cargo und Rail Cargo Austria sowie die Waggonhalter Ermewa, GATX Rail Europe und VTG.

„Wir lösen ein seit 70 Jahren bestehendes Problem“, sagte Volker Wissing, Bundesminister für Digitalisierung und Verkehr, der am vergangenen Mittwoch den symbolischen Startschuss für die Reise durch Europa gab. „Rund 70.000 Mal am Tag müssen unsere Mitarbeiter mittlerweile die bis zu 20 Kilo schweren Kupplungsböcke beim Rangieren auf Schulterhöhe balancieren, um die Züge kuppeln zu können“, erklärt Sigrid Nekutta, Mitglied der DB Vorstand für Güterverkehr. Das automatisierte System kann diese Arbeiter mit Wechselgeld versorgen.

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Helfried Beck

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