Die Spitze EY entscheidet sich definitiv für den Split

Ernst & Young (EY), ebenfalls ein führendes IT-Beratungsunternehmen, steht vor einer Spaltung. Die Geschäftsführung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens hat grünes Licht gegeben. Wenn die 13.000 Partner des Big-Four-Players zustimmen, wird die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsbranche separat fortgeführt. Auf diese Weise glaubt EY, schneller wachsen zu können.

In jedem der 140 Länder, in denen EY ist aktiv, Partnerabstimmungen finden statt. EY geht davon aus, dass diese Abstimmungen Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein werden. In Erwartung dieser Abstimmungen werden die Partner weitere Einzelheiten zum Verfahren erhalten.

Der finanziellen Situation wird viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Trennung schadet den Partnern nicht. Um eine ausreichende Unterstützung sicherzustellen, versprach das EY-Management seinen Partnern Prämien in Höhe von mehreren hunderttausend Dollar. Partner können bald durchschnittlich eine Million Dollar verdienen. Und diejenigen, die bei EY ein bisschen hoch im Baum sitzen, können mit dem Doppelten rechnen, berichtete das Wall Street Journal kürzlich. Auch für den bevorstehenden Abgang von Kollegen aus der Beratungs- oder Kontrollbranche werden die niederländischen und belgischen Partner mit erheblichen Summen entschädigt.

Kasse

Erhalten die Wirtschaftsprüfer die Summen in „Bargeld“, erhalten die Berater (it) Anteile an ihrem neuen Unternehmen. Über die Finanzierung haben sich die Buchhalter genau Gedanken gemacht. Indem sie etwa fünfzehn Prozent des Beratungsgeschäfts an die Börse bringen und sich weitere achtzehn Milliarden Dollar leihen, glauben sie, einen ausreichend großen Topf zu bilden, aus dem sich die Partner treffen können. EY glaubt, dass der Börsengang erfolgreich sein wird, weil (it) Consulting in erster Linie profitabel ist und noch großes Wachstumspotenzial hat.

Die große Frage ist, was die Aufsichtsbehörden in den verschiedenen Ländern von der Aufteilung halten. Grundsätzlich werden sie es zu schätzen wissen, dass zwischen Kontrolle und Beratung kein Interessenkonflikt entstehen kann. Andererseits wird es die Buchhaltungsbranche in den Jahren nach der Spaltung schwer haben, den Wirecard-Skandal beizulegen. Dieses deutsche Fintech-Unternehmen hat Milliarden von Euro veruntreut, ohne dass EY als Wirtschaftsprüfer es bemerkt hat. Überhöhte Ansprüche sind nicht ausgeschlossen.

EY ist auch an anderen Unternehmen beteiligt, die wegen Betrugs diskreditiert sind. EY wird auch erhebliche Kosten aufwenden müssen, um seine Organisation in Ordnung zu bringen. In der Praxis gibt es keine chinesische Wand zwischen dem Beratungs- und dem Steuerbein. Besonders schwierig ist die Aufteilung des hochprofitablen Geschäftsbereichs Steuerberatung. Sowohl der Buchhaltungszweig als auch der Beratungszweig sind steuerlichen Tätigkeiten zugeordnet.

Planung

Die Niederlande sind eine von fünfzehn nationalen Organisationen, die von Anfang an in die Planung der Teilung eingebunden waren. Im Gegensatz zu Belgien gehören die Niederlande gemessen am Umsatz zu den Top 15 von EY weltweit. Die Niederlande haben 249 Partner, die durchschnittlich 550.000 Euro verdienen.

Jeroen Davidson, Vorstandsvorsitzender von EY Niederlande, sagt, er unterstütze den strategischen Wechsel. „Wir sind davon überzeugt, dass es für die Zukunft beider Geschäftsbereiche der richtige Weg ist, unabhängig in der Dynamik der eigenen Märkte wachsen zu können. Dies schafft attraktive Karrierechancen für unsere Mitarbeiter und mehr Wahlmöglichkeiten für unsere Kunden. Die AFM als Aufsichtsbehörde muss die Teilung genehmigen.

Mariele Geissler

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