Abgeordnete wollen deutschen Gasbedarf aus Groningen reduziert | JETZT

Die Abgeordneten fordern, dass das Kabinett alles in seiner Macht stehende tut, um die Gasförderung in Groningen in diesem Jahr nicht weiter zu erhöhen. Anfang dieses Jahres kündigte der frühere Wirtschaftsminister Stef Blok an, dass dies aufgrund der Verzögerung bei der Stickstoffinstallation in Zuidbroek und der gestiegenen Nachfrage Deutschlands nach Gas aus Groningen schließlich getan werden müsse. Der Vorsitzende der D66-Partei, Jan Paternotte, plädiert dafür, Gespräche mit Bundeskanzler Olaf Scholz aufzunehmen, um zu sehen, ob die Nachfrage begrenzt werden kann.

„Wir haben die Pflicht, alles in unserer Macht stehende zu tun, damit so viel Gas wie möglich im Untergrund bleiben kann“, sagte Paternotte am Mittwoch bei der Debatte über die Regierungserklärung.

Anfang Januar wurde bekannt, dass in diesem Gasjahr (2021/2022) voraussichtlich doppelt so viel Gas aus dem Groningen-Feld gefördert werden muss wie zunächst geplant: nicht 3,9 Milliarden Kubikmeter, sondern 7,6 Milliarden Kubikmeter. Einer der Gründe ist die erhöhte Nachfrage aus Deutschland.

Haushalte und Unternehmen in den Niederlanden sowie in Deutschland sind speziell an die Zusammensetzung des Groninger Gases angepasst, das einen niedrigen Heizwert hat. Gas aus dem Ausland hat meist eine andere Zusammensetzung und ist kalorienreich.

Deutschland hat nun signalisiert, dass es mehr Gas aus Groningen benötigt, um seinen Energiebedarf zu decken. Die Niederlande haben langfristige Verträge mit dem Land, aber auch mit Belgien und Frankreich.

Paternotte will, dass Deutschland nach eigenen Alternativen sucht oder mit Großverbrauchern Geschäfte macht. „Dafür wird es notwendig sein, vor Ort Berufung einzulegen.“

Rutte: Die Niederlande diskutieren mit Deutschland, trauen sich aber nicht, eine Garantie zu geben

„Ich habe bei meinem Besuch letzte Woche selbst mit Scholz darüber gesprochen“, sagte Premierminister Mark Rutte dem Repräsentantenhaus. „Das Gespräch zwischen den beiden Ministern wird jetzt weitergehen, aber Scholz und ich werden natürlich eingreifen, wenn es wieder hochkommt.“

Garantien wollte der Ministerpräsident aber nicht geben. „Die vertragliche Verpflichtung ist da. Wenn Deutschland sich daran hält – wir versuchen, sie zu reduzieren oder in den Gesprächen abzuschaffen, aber wenn es nicht funktioniert – dann müssen wir sie respektieren. Ich bin da einfach sehr ehrlich.“ Gegenstand. .“

Lilian Marijnissen (SP): „Es war sicherlich nicht am Ende dieser Debatte, dass der Ministerpräsident gesagt hat: Ich kann keine Garantie geben?

Ploumen möchte, dass das Kabinett den niederländischen Antrag prüft

Lilianne Ploumen (PvdA) bot eine weitere Option an. Sie will, dass die Regierung verspricht, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Nachfrage in den Niederlanden zu reduzieren. Der Vorsitzende der PvdA-Partei plädierte für Gespräche mit Vielverbrauchern und für das Kabinett, ihnen Alternativen anzubieten. „Wenn die Stromversorgung nicht ausreicht, werden auch die Betriebe reduziert.“

Rutte sagte, er könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen, ob Ploumens Vorschlag (rechtlich) durchführbar sei. „Ich werde fragen, ob Hans Vijlbrief (Staatssekretär für Bergbau, Anm. d. Red.) das prüfen möchte.“

Paternotte plädierte auch für den Abschluss von Vereinbarungen mit Großverbrauchern und bot dem Ministerpräsidenten eine weitere Alternative an: den Import von Stickstoff, der für die Anpassung des hochkalorischen Gases aus dem Ausland an niederländische Haushalte erforderlich sei.

Vor dem 1. April muss das Kabinett eine endgültige Entscheidung darüber treffen, wie viel Gas in diesem Jahr noch aus dem Groninger Feld gefördert werden kann.

Helfried Beck

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