Mercedes EQS (2023), die elektrische S-Klasse?

Auf den ersten Blick sieht der Mercedes EQS überhaupt nicht wie eine S-Klasse mit elektrischem statt thermischem Antrieb aus. Und das aus gutem Grund, denn der EQS steht auf einer völlig anderen Plattform und wurde speziell dafür entwickelt, dank seines beeindruckenden Luftwiderstandsbeiwerts von nur 0,2 wie die Besten durch die Luft zu schneiden! Mit einer Länge von 5,22 m, einer Breite von 1,93 m und einer Höhe von 1,51 m ist die Elektro-Luxuslimousine allerdings nahezu genauso groß wie ihr Pendant mit Verbrennungsmotor.

Mercedes Hyperscreen

Einmal an Bord, ist der Zusammenhang zwischen den beiden Modellen nicht sofort ersichtlich. Der EQS kann mit dem riesigen Hyperscreen ausgestattet werden, mit einer Diagonale von 56 Zoll und einer Breite von 141 cm! Eigentlich handelt es sich um drei Bildschirme: ein 12,3-Zoll-Digitalinstrumentenkombi, ein großer 17,7-Zoll-Touchscreen in der Mitte und ein 12,3-Zoll-Display für den dritten Passagier. Das Infotainmentsystem kann drahtlos mit Apple- und Android-Smartphones verbunden werden. Das ist aber nicht unbedingt notwendig, denn das MBUX-System von Mercedes ist einfach und effizient zu bedienen. Eine beeindruckende Option, die auch auffällt. Ohne diesen Hyperscreen ähnelt die Präsentation eher der der S-Klasse, mit einem 12,3-Zoll-Digital-Armaturenbrett und einem 12,8-Zoll-vertikalen zentralen Touchscreen. Die Funktionalität des MBUX-Systems ist jedoch in beiden Fällen identisch.

Abgesehen von all diesen Bildschirmen verdient alles, was Sie berühren, die Star-Marke. Die Verarbeitungs- und Materialqualität ist einfach tadellos. Der EQS ist ein Luxusartikel, und das merkt man.

Palast auf Rädern

Die größte Elektrolimousine von Mercedes verfügt über einen Radstand von sage und schreibe 3,21 m, was bedeutet, dass das Platzangebot im Innenraum einfach großzügig ist. Im Fond können Sie sich entspannen und sogar fast die Beine ausstrecken, ohne die Vordersitzlehnen zu berühren. Im Gegensatz zur S-Klasse kann der EQS leider nicht mit individuellen, verstellbaren Luxussitzen geordert werden. Das macht er aber mit einem größeren Kofferraum wett als sein Thermo-Pendant: von 620 auf 1.700 Liter bei umgeklappten Rücksitzen. Ein großer Laderaum, der dank der großen Heckklappe leicht zugänglich ist.

Bis zu 761 PS und 740 km Reichweite

Mercedes bietet 4 „klassische“ Versionen des EQS an: den 450 (265 kW/360 PS und 800 Nm), den 450+ (265 kW/360 PS und 568 Nm), den 500 (330 kW/449 PS und 828 Nm). . und der 580 (400 kW/544 PS und 858 Nm). Alle Motoren außer dem 450+ sind mit Allradantrieb ausgestattet. Es ist jedoch die Version, die dank ihres einzigen Elektromotors an der Hinterachse die größte Autonomie bietet. Mit voller Batterie soll laut Mercedes eine Reichweite von bis zu 740 km möglich sein! Doch in der Praxis benötigt man ideale Bedingungen, um eine solche Distanz zu erreichen, wie wir bereits testen konnten. Bei unserem vorherigen Test verfügte das Modell jedoch noch nicht über eine Wärmepumpe, die nun serienmäßig enthalten ist.

Den EQS gibt es auch als sportliche AMG 53-Version. Seine beiden Elektromotoren leisten dank AMG Dynamic Plus-Paket zusammen bis zu 560 kW (761 PS) und 1.020 Nm Drehmoment. Mit dieser Option beschleunigt das deutsche Flaggschiff in nur 3,4 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h! Und das bei einer mehr als respektablen Reichweite von 564 km pro Ladung.

Alle EQS-Varianten verfügen über die gleiche 108,4-kWh-Batterie. Ein Paket, das dank einer maximalen Schnellladeleistung von 200 kW an einer kompatiblen DC-Ladestation in nur einer halben Stunde von 10 auf 80 % aufgeladen werden kann. Das integrierte AC-Ladegerät akzeptiert standardmäßig bis zu 11 kW, optional auch 22 kW.

Zauberteppich, aber auch nicht schwach

Wie die S-Klasse legt auch der EQS Wert auf Komfort statt auf Sportlichkeit. Dabei ist er keine Schnecke auf der Geraden, denn der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert beim 450+ maximal 6,1 Sekunden, beim AMG 53 nur 3,4 Sekunden. In Kurven bleibt er stabil und neigt sich auch nicht viel. , auch dank seiner gleichläufigen Hinterräder. Sie können maximal 10 Grad ausstrahlen, standardmäßig sind es 4,5 Grad. Dadurch ist die deutsche Luxuslimousine wendiger und kann ihr Gewicht von 2,5 Tonnen verbergen (2,63 Tonnen bei den Allradversionen bzw. sogar 2,7 Tonnen beim AMG).

Am meisten überzeugt der EQS aber natürlich in puncto Komfort. Erstens dank seiner elektrischen Motorisierung, die keine Geräusche macht und zudem völlig vibrationsfrei bleibt. Beeindruckend ist auch die Schalldämmung an Bord, die dafür sorgt, dass die Passagiere niemals durch den Lärm der Außenwelt gestört werden. Das gilt auch für Unebenheiten im Asphalt, die die absolute Ruhe an Bord nie wirklich stören. Die Luftfederung des EQS federt mühelos Schlaglöcher, Unebenheiten und andere Straßenunebenheiten ab, egal wie klein sie sind. Ein echter fliegender Teppich! Wie die anderen elektrischen EQ-Modelle im Mercedes-Programm kann man den EQS zwar nicht komplett mit nur einem Pedal fahren, aber fast. Sie können das regenerative Bremsen über die Schaltwippen am Lenkrad einstellen. Wenn Sie möchten, müssen Sie zum Anhalten nicht das Bremspedal betätigen.

Wie viel kostet der Mercedes EQS?

Eine Luxuslimousine mit großzügigem Komfort, ein Palast auf Rädern, eine große Batterie … So viele Zutaten, die für einen hohen Preis sorgen. Und tatsächlich ist der EQS mit einem Einstiegspreis, der von 107.690 Euro für den 450+ bis zu 179.140 Euro für den AMG 53 reicht, alles andere als günstig. Darüber hinaus gibt es viele Optionen, die auch sehr teuer sein können, wie zum Beispiel den Hyperscreen, der fast 9.000 Euro kostet! Wie erwartet wird sich nicht jeder diesen EQS leisten können. Aber er ist neben dem BMW i7 auch eine von nur zwei echten Luxus-Elektrolimousinen in Europa und nicht unbedingt günstiger.

Unser Urteil

Ist der Mercedes EQS das elektrische Äquivalent der S-Klasse? Nicht ganz… Erstens, weil sie sich überhaupt nicht ähneln, aber auch, weil es den EQS nicht mit langem Radstand, mit 4 einzelnen Komfortsitzen und auch nicht im Maybach gibt. Kurzum: Er geht in puncto Luxus nicht so weit wie sein Pendant mit Wärmekraftmaschine. Doch in puncto Materialqualität und Verarbeitung, Technik, Federungskomfort und Schalldämmung steht der EQS der S-Klasse in nichts nach. Und das gilt leider auch für die Elite-Preise…

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Helfried Beck

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