Milliardär Kühne will MSC mit einem Gegenangebot aus der HHLA ausschließen

Milliardär Kühne will MSC mit einem Gegenangebot aus der HHLA ausschließen

Der Verkauf sei ein „Affront gegen Hapag-Lloyd“

Der deutsche Verkehrsmilliardär Klaus-Michael Kühne (86) plant ein Gegenangebot für 49,9 % der Anteile des Hamburger Umschlagunternehmens HHLA. Er will die Schweizer Reederei MSC von der deutschen Terminalgesellschaft fernhalten. Dies erklärte der Hauptaktionär von Hapag-Lloyd (30 %) gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Gestern wurde bekannt, dass MSC mit der Stadt Hamburg, Eigentümerin der HHLA, eine grundsätzliche Einigung über den Erwerb einer bedeutenden Minderheitsbeteiligung an der Holding des Umschlagunternehmens erzielt hat, das mehrere Terminals im deutschen Hafen betreibt.

‚Beleidigung‘

Der stets kämpferische Kühne nennt die künftige finanzielle Beteiligung von MSC an der HHLA „einen Affront gegen Hapag-Lloyd, den größten Kunden des Hamburger Seehafens“ und betont weiter, dass die Stadt Hamburg zunächst den Minderheitsanteil von 49,9 % an die Deutsche übertragen werde Versandunternehmen. hätte „wie ein echtes Hamburger Unternehmen“ bieten sollen.

„Ich empfehle Hapag-Lloyd nun dringend, unverzüglich ein Übernahmeangebot für die 49,9 % der HHLA-Aktien zu veröffentlichen.“ Sollte die Reederei diesem Hinweis nicht folgen, „plant meine Kühne Holding AG kurzfristig, dies selbst zu tun“, erklärt der Unternehmer.

„Freche Tat“

Auch die Hamburger Hafengemeinschaft fühle sich „beschädigt“, dass die Stadt Hamburg einen großen Anteil an eine ausländische Reederei verkaufen will, ohne den nationalen Reeder zu konsultieren, berichtet die Deutsche Verkehrszeitung DVZ unter Berufung auf Quellen. Anonym aus dem Hafen.

Sie sprechen von einem „unfreundlichen Akt“ und weisen zudem darauf hin, dass Hamburg einen Anteil von knapp 14 % an Hapag Lloyd halte und in den vergangenen Jahren mit dieser Minderheitsbeteiligung Milliarden Euro verdient habe. Der Deal mit MSC könnte auch dazu führen, dass Hapag-Lloyd weitere Zuflucht im Jade-Weser-Hafen Wilhelmshaven sucht, befürchten Quellen.

‚Gute Sache‘

Die Reaktionen der Hamburger Politiker sind dagegen eher positiv. Die CDU betont beispielsweise, dass durch die Partnerschaft mit MSC als Großaktionär mehr Container an den angeschlagenen Hamburger Umschlagsbetrieb geliefert werden können. Auch Chefanalyst Jan Tiedemann von Alphaliner nennt den Einstieg von MSC im Vergleich zur DVZ eine gute Sache, mit der nun ein dritter Global Player in Hamburg sei, nach der Beteiligung von Hapag-Lloyd am Containerterminal Altenwerder (25 %) und der chinesischen Cosco am CTT „ist verbunden“.

Professor Jan Ninnemann von der Hamburg School of Business Administration ist überrascht, dass MSC nun Großaktionär der HHLA-Holding wird und nicht wie andere Reedereien an einem der Terminals. Er nennt das „ungewöhnlich“.

Nicht vor 2024 fertiggestellt

Das Angebot von MSC für die Minderheitsbeteiligung an der HHLA muss in naher Zukunft noch von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsberatung genehmigt werden. Auch europäische Wettbewerbsbehörden müssen die Vereinbarung prüfen. Der Kauf muss zudem noch durch den Landtag des Stadtstaates Hamburg gehen. Wenn Klaus-Michael Kühne keinen Strich durch die Rechnung macht, wird MSC voraussichtlich erst im Jahr 2024 als Miteigentümer der HHLA in Frage kommen.

Sie haben gerade einen der kostenlosen Premium-Artikel gelesen

Adelbert Eichel

"Preisgekrönter Organisator. Social-Media-Enthusiast. TV-Fan. Amateur-Internet-Evangelist. Kaffee-Fan."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert