Kringen: Die Bundesregierung übt Druck auf Siemens aus – Wird die Energie teilweise in Indien verkauft? -31. Oktober 2023 um 14:34 Uhr

MÜNCHEN (dpa-AFX) – Im Rahmen der Krise beim Energiekonzern Siemens Energy übt die Bundesregierung nach Unternehmensangaben Druck auf ihren Hauptaktionär Siemens aus, ihn mit möglichen Garantien zu unterstützen. Siemens Energy selbst könnte bereit sein, seine indischen Aktivitäten, die sich gemeinsam mit Siemens befinden, teilweise an die frühere Muttergesellschaft zu verkaufen. Dies würde die Bilanz von Siemens Energy stärken. Die Aktien des DAX-Konzerns, die sich in der Krise befanden und zuletzt enorm unter Druck standen, legen am Dienstagnachmittag eine Pause ein, nachdem sie sich vom jüngsten Rückgang der letzten beiden Handelstage etwas erholt haben.

Unternehmensangaben zufolge will Siemens Energy einen Teil seiner Anteile an einem börsennotierten indischen Spin-off an Siemens verkaufen. Die Vereinbarung umfasst mehr als die Hälfte der 24 Prozent, die Siemens Energy an der indischen Siemens hält. Der Anteil beträgt derzeit 3,3 Milliarden Euro. Siemens selbst hält mit 51 Prozent die Mehrheit. Bloomberg hatte bereits über einen möglichen Verkauf berichtet, unter anderem, dass dieser noch diese Woche bekannt gegeben werden könnte.

Die Rallye der letzten beiden Handelstage ist für die Siemens Energy-Aktie gestoppt. Der Aktienkurs fiel am frühen Dienstagnachmittag um fast zwei Prozent. Analysten wie der Barclays-Experte Vladimir Sergievskiy äußerten sich zuvor positiv. Er glaubt, dass ein Verkauf des indischen Anteils die Bilanz deutlich stärken würde. Letztlich wäre der Konzern ausreichend kapitalisiert. Zuletzt kursierten immer wieder Ängste vor einer möglichen Kapitalerhöhung. Die Siemens-Aktie stieg um fast ein halbes Prozent.

Unterdessen verhandelt Siemens Energy weiter mit der Bundesregierung über mögliche Garantien. Nach Unternehmensangaben steht auch eine mögliche Beteiligung des ehemaligen Mutterkonzerns Siemens an den Garantien auf der Tagesordnung. Allerdings ist der Wunsch, dies zu tun, vorsichtig – auch aus Angst vor der Reaktion der eigenen Anleger. Kreisen zufolge übt die Bundesregierung jedoch Druck auf Siemens aus, das noch eine Minderheitsbeteiligung an Energy hält.

Siemens zeigte sich zurückhaltend: „Wie bereits in der Vergangenheit betont, werden wir unsere Entscheidungen im Einklang mit den Interessen der Siemens AG und ihrer Aktionäre treffen. Wir werden weiterhin Optionen prüfen, das richtige Vorgehen befolgen und fundierte Entscheidungen treffen“, sagte ein Sprecher. .

Am Dienstag sagte der Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Robert Habeck auf einer Branchenkonferenz in Berlin auf die Frage nach dem hohen Niveau der staatlichen Garantien, er könne und wolle dazu nichts im Detail sagen. Er betonte jedoch, dass „die Gespräche noch andauern und in vollem Gange sind“. Finanzkreisen zufolge handelt es sich hierbei um insgesamt rund 15 Milliarden Euro an Garantien.

Bloomberg hatte am Vortag unter Berufung auf sachnahe Quellen berichtet, dass der Bund bereit sei, Kreditgarantien in Höhe von 8 Milliarden Euro zu geben. Nach Angaben der Regierung würde der ehemalige Mutterkonzern Siemens gemeinsam mit den Banken für den Rest der Gesamtsumme aufkommen.

Am vergangenen Donnerstag bestätigte Siemens Energy, dass man sich unter anderem mit Partnerbanken und der Bundesregierung in Gesprächen befinde. Ziel sei es, „auf ein wachsendes Garantievolumen zuzugreifen, das das erwartete starke Wachstum ermöglicht“. Dadurch fiel der Aktienkurs um mehr als 35 Prozent /ruc/DP/nas/stw

Poldie Hall

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