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Premierminister Mark Rutte befürwortet den „wahllosen“ Einsatz des Käsehobels im Mehrjahreshaushalt der Europäischen Union nicht. Seiner Meinung nach müssten wir aber „umfassend“ prüfen, mit welchen Reduktionsmaßnahmen das milliardenschwere Loch, das unter anderem Inflation und steigende Zinsen in den Haushaltskassen hinterlassen haben, geschlossen werden könnte.
Von Haushaltskürzungen oder, wie Rutte es nennt, „Neupriorisierung“ will die Europäische Kommission nichts hören. Er zieht es vor, die Schuld auf alle Mitgliedstaaten abzuwälzen, um dies zu verhindern. Das findet zum Beispiel in den südlichen Mitgliedsstaaten Anklang, aber die Niederlande haben Unterstützer, etwa in Deutschland und den skandinavischen Ländern.
Es wäre Schweden, das während des europäischen Gipfels vorgeschlagen hat, den Käsehobel zur Überprüfung aller Ausgabenposten einzusetzen. Dies könnte 25 Milliarden Euro einbringen. „Einem VVD-Mitglied ist das Schneiden von Käse egal“, scherzt Rutte. „Weil es Teil der niederländischen Genügsamkeit ist.“ Er glaubt jedoch, dass mehr Ausgaben erforderlich sein werden, beispielsweise für Migration.
Rutte sagte zuvor auf dem Gipfel, dass er im Vergleich zu 2020, als der aktuelle Mehrjahreshaushalt nach sehr langen und schwierigen Beratungen erstellt wurde, bei mehr Mitgliedstaaten einen Sparwillen gespürt habe. Die wichtigste Stütze Deutschlands bleibt bestehen. Auf den Fluren hören wir, dass das deutsche Wort für Neupriorisierung „nein“ ist.

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