„Forschung: Deutsche Autoindustrie wegen sinkender Exporte unter Druck“

China • Die Produktion deutscher Marken hat sich in den letzten Jahren zunehmend nach China verlagert.
(Foto: Volkswagen)

Die Exporte deutscher Fahrzeuge und Teile nach China gingen im ersten Halbjahr dieses Jahres um 21 % zurück, während die Importe chinesischer Automobilprodukte um 75 % stiegen. Das schreibt Reuters auf Grundlage einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Forscher sagen, die deutsche Autoindustrie stehe unter Druck.

Forscher erklären den Rückgang der Exporte damit, dass deutsche Automobilhersteller ihre Produktion zunehmend nach China verlagern. Dies ist den Bemühungen der Bundesregierung zu verdanken, die ihre Abhängigkeit von China verringern will, obwohl China im Jahr 2016 noch Deutschlands wichtigster Handelspartner war. „Das Geschäftsmodell, das einst die Automobilproduktion in Deutschland unterstützte – der interkontinentale Export hochwertiger Fahrzeuge – gerät zunehmend unter Druck“, schreiben die Forscher. „Deutsche Hersteller verlagern ihre Produktion seit Jahren zunehmend nach China, derzeit zunehmend in die eher robuste Premiumklasse.“

Europäische Probleme

Neben Produktionsverlagerungen spielt auch der Aufstieg verschiedener chinesischer Marken eine Rolle, obwohl chinesische Marken in Deutschland nur einen Marktanteil von 1,5 Prozent haben.

Nicht nur, dass die deutschen Exporte von Fahrzeugen und Teilen als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zurückgehen, auch die Autoindustrien anderer europäischer Länder sind rückläufig. Deutschland und Spanien sind derzeit die einzigen Länder unter den zehn größten Automobilherstellern der Welt, zum Vergleich: Im Jahr 2000 gehörten auch Frankreich, Großbritannien und Italien zu dieser Gruppe.

Die deutsche Untersuchung erfolgt wenige Tage, nachdem die Europäische Kommission eine Untersuchung darüber eingeleitet hat, ob Strafzölle eingeführt werden sollten, um europäische Hersteller vor billigeren chinesischen Importen von Elektrofahrzeugen zu schützen, die laut Europa von staatlichen Beihilfen profitieren.

Auch Volkswagen kündigte kürzlich an, in seinem Elektrofahrzeugwerk bei Dresden aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen mehrere hundert Stellen abzubauen.

Mariele Geissler

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