Analkugeln als neueste Betrugsform im Sport: Affenbrot oder nicht?

Dem Sport ahnungslos zuzusehen wird wieder etwas schwieriger. Die Schuld liegt bei einem Sport von edlem Geist. Die Schachwelt spekuliert seit Tagen über Betrug durch – ja – Analkugeln. Das Genie Magnus Carlsen würde sich davon täuschen lassen. Sollten wir die Dopingkontrollen bald um interne Tests erweitern?

Carlsen spielte kürzlich ein Turnier in Amerika, bei dem 350.000 Euro zu gewinnen waren. Völlig unerwartet verlor der norwegische Weltmeister gegen den 19-jährigen Deutschen Hans Niemann. Carlsen verließ das Turnier sofort und postete auf Twitter ein Video mit Fußballmanager Jose Mourinho, in dem er sagte: „Ich möchte lieber nicht reden.“ Wenn ich spreche, habe ich große Probleme.

Futter für Spekulationen. Schachseiten schlugen vor, dass Niemann die neueste Technologie verwendete. Nach einem Schuss von Carlsen hätte ein Computer via künstlicher Intelligenz den nächsten Schuss entworfen. Das Ergebnis wurde Niemann dann von einem Komplizen über vibrierende Perlen im Anus übermittelt. Auch Tesla-Chef Elon Musk zeigte sich besorgt. Er paraphrasierte den Philosophen Arthur Schopenhauer in den sozialen Medien: „Ein Genie trifft ein Ziel, das andere nicht sehen können (weil es dir in den Arsch geht).“

Newtonsches Gesetz im Müll?

Ich spürte, wie eine leichte Panik aufstieg. Am Abend zuvor war mein Hintern vor Erling Haaland-Tor von Manchester City gegen Dortmund vor naiver Aufregung gesprungen. Die Hereingabe von Joao Cancelo war schon eine Schönheit, rechts außen, aber sein Ball schien außer Reichweite zu sein. Bis Haaland springt, schwebt und den Ball in der Luft mit einem Streckbein grazil ins deutsche Tor einarbeitet. Eine Kombination aus Ballett, Karate und Hochsprung. Johan Cruijff hat 1973 auch etwas Ähnliches gemacht, aber es war eine Feder. Haaland ist stolze 88 Kilo. War das die brillante Rache eines weiteren Norwegers an den Deutschen? Ein Wundertor, habe ich gelesen. Wie ist es möglich ? Kann das Newtonsche Gesetz gebrochen werden?

Musks Schopenhauer hat einmal geschrieben, dass das Genie eine Stufe über dem Wahnsinn lebt. Niemanns angeblicher Betrug deutet darauf hin, dass es eine andere Ebene über dem Genie gibt. Hier koexistieren Täuschung und moderne Technologie. Diese Idee eröffnete mir beängstigende neue Perspektiven im Sport. Niemann hatte gesagt, er wolle notfalls nackt spielen, um seine Unschuld zu beweisen. Ja, das muss ab jetzt sein, denn Perlen lassen sich auch in seine Kleidung einnähen. Hatte Haaland jemals Elektroschocks, die ihm Kraft und perfektes Timing verliehen?

Ein Affensandwich

Ich versuche, meine konspirative Ader zu unterdrücken, indem ich mir Fußball als große Playstation vorstelle. Es wird auch nicht so schlimm sein, solange die Spieler Zettel von den Trainern bekommen. Aber auch viele andere Sportarten eignen sich gut für raffinierte Tricks. Es muss nicht immer durch die Körperöffnungen gehen. Ich habe einmal über die Andeutung gelacht, dass Radfahrer Fabian Cancellara heimlich einen Elektroantrieb in seinem Tretlager hatte. Ein paar Jahre später wurde ein sechzehnjähriger Belgier mit ihr bei der WM erwischt. Und Gendoping, diese nicht nachweisbare Manipulation von Körpern, ist es weit davon entfernt?

Wird Cruijff jetzt geklont? Oder lebt er in der Gestalt eines nordischen Riesen? Bis niemand Niemanns Duftperlen als Beweis auf den Tisch legt, werde ich weiterhin über die Visionen von Brillanz und Schönheit staunen, die der Sport manchmal bietet. Und ich denke an betrügerische Athleten, die sich etwas wie ein Affenbrot in den Arsch stecken.

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Adelhard Simon

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