Pionier in der lokalen Wasseraufbereitung: eine Limburger Anlage…

Die Nereda Verdygo Package Plant (NVPP) bietet eine Lösung, um die Verfügbarkeit von Frischwasser vor Ort zu erhöhen. Beispielsweise können Wohngebiete, Industriegebiete, landwirtschaftliche Genossenschaften, Erholungsgebiete und vielleicht auch Festivals – jeweils mit ihren eigenen Anforderungen an die Wasserqualität – ihren eigenen Wasserbedarf bald viel effizienter und nachhaltiger decken. Abfall und Regenwasser müssen nicht den langen Weg zu einer zentralen Kläranlage und wieder zurück zurücklegen.

Die revolutionäre Installation ist sehr kompakt; nicht mehr als drei bis vier Versandcontainer und einfach per LKW zu transportieren. Das NVPP entnimmt Wasser aus dem bestehenden Wassertransportsystem und reinigt es. Auf diese Weise werden bestehende Großkläranlagen entlastet und die Installation langer und teurer Abwasserleitungen, beispielsweise für ein neues Wohngebiet, entfällt. Der Bau eines Kilometers Abwasserkanal kann leicht eine Million Euro kosten.

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Dank der Kooperationsvereinbarung zwischen Royal HaskoningDHV, Waterschapsbedrijf Limburg (WBL) und SBE Piping Machine and Apparatenbouw ist nun der Schritt vom Zeichenbrett in die Praxis vollzogen. SBE wird für rund 2,5 Millionen Euro die erste Kompaktanlage bauen, die im nächsten Frühjahr auf der Kläranlage Weert installiert wird.

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„Wir sammeln hier nicht nur Erfahrungen, sondern können auch nach außen zeigen, wie es funktioniert“, sagt Jan Lamkin, Inhaber von SBE. „Der gleichzeitige Bau von sieben bis acht Anlagen pro Jahr symbolisiert den Wandel unseres metallurgischen Unternehmens. Für uns ist das ein völlig neuer Beruf, der auch zusätzliche Arbeitsplätze schafft. »

Die patentierte Anlage und die zugehörige Nereda-Reinigungstechnologie werden dann vom Konsortium weltweit kommerzialisiert. „Es gibt Nachfrage von anderen Wasserbehörden in den Niederlanden, vom Interesse Belgiens und Nordrhein-Westfalens, aus Deutschland, aber auch vom Universitätsklinikum Maastricht nach einer ersten Grundreinigung von Arzneimittelrückständen“, erklärt Lamkin. „Aufgrund des vielen Grundwassers besteht auch Interesse am Einstein-Teleskop-Projekt.“

Die Nereda-Technologie zeichnet sich dadurch aus, dass Belebtschlamm mit seinen wasserreinigenden Bakterien keine Flocken, sondern Schlammgranulat bildet. Dies ermöglicht ein schnelleres Absetzen von Sedimenten und bietet wichtige Vorteile gegenüber herkömmlichen Techniken, wie z. B. einen höheren Reinheitsgrad und einen geringeren Energie- und Chemikalienverbrauch.

Der inaktive Schlamm wird schließlich entsorgt, um Biogas zu erzeugen oder als Rohstoff in der Zementindustrie zu verwenden. Die von der TU Delft entwickelte Technologie hat sich bereits in mehr als hundert Großinstallationen weltweit bewährt.

Zusätzliche Filter

Das derzeit im Bau befindliche kompakte NVPP bietet sowohl eine temporäre als auch eine dauerhafte Lösung. Eine Einheit kann bis zu fünfhundert Kubikmeter Abwasser pro Tag reinigen. Zur Steigerung der Qualität kann das System problemlos mit mehreren Filtern erweitert werden.

Laut WBL kann die Lebensdauer der derzeit siebzehn großen Kläranlagen durch eine Kapazitätserhöhung mit einer NVPP verlängert werden. „Das spart Platz und Kosten: Geld, das die Kommunen dringend brauchen, um die anderen Folgen des Klimawandels bewältigen zu können.“

Helfried Beck

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