LUXEMBURG (dpa-AFX) – In der Debatte um eine Reform des europäischen Strommarktes hält Frankreich daran fest, dass Subventionen auch für die Kernenergie möglich seien. Die französische Energieministerin Agnès Pannier-Runacher sagte am Dienstag vor einem Treffen mit ihren europäischen Amtskollegen in Luxemburg, dass Frankreich mit gutem Willen verhandle, um an diesem Tag zu einem Abschluss zu kommen. Es gibt jedoch eine klare rote Linie: Es darf keine „Diskriminierung“ zwischen verschiedenen Technologieformen geben, insbesondere zwischen erneuerbaren Energien und Kernenergie.
Aufgrund der extrem hohen Strompreise im vergangenen Jahr wurden Forderungen nach einer Reform des europäischen Strommarktes immer lauter. Die Reformen zielen darauf ab, hohe Preise für Verbraucher zu vermeiden und den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Die Europäische Kommission hat im März Vorschläge zu diesem Thema vorgelegt. EU-Diplomaten sagten, es sei zunächst unklar, ob die Länder am Dienstag zu einer Einigung kommen würden.
Insbesondere die Positionen Frankreichs und Deutschlands lagen zuletzt sehr weit auseinander. Berlin befürchtet, dass eine Bestimmung in der neuen Verordnung, die Subventionen für Kernenergie zulässt, letztlich zu einer Wettbewerbsverzerrung innerhalb der EU zugunsten von Ländern mit großer Kernenergieproduktion wie Frankreich führen könnte.
Wirtschaftsminister Robert Habeck hält weiterhin eine Reform des europäischen Strommarktes für notwendig. Es gehe darum, die Lehren aus der Energiekrise zu verallgemeinern, also Verbraucher grundsätzlich vor überhöhten Energiepreisen zu schützen, sagte der Grünenpolitiker.
Über eine Reihe neuer Instrumente, etwa Direktverträge für den Strommarkt, konnte bereits Einigkeit erzielt werden. Allerdings seien noch Fragen offen, etwa inwieweit bestehende Börsen in das neue Differenzkontraktsystem überführt werden, sagte Habeck. Ziel ist es, Investitionen in erneuerbare Energien anzukurbeln. Es gehe darum, gleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa sicherzustellen, die nicht gefährdet seien, sagte Habeck. Es gebe noch viel zu tun, sagte er. „Wir sind also offensichtlich noch nicht fertig.“/as/DP/jha

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