Text und Fotos: Willem J. Staat
Frank Stippler und Christopher Mies überreichen dem scheidenden Teamleiter Ernst Moser ein schönes Abschiedsgeschenk. Zum sechsten Mal Meister von Adrebalin Motorsport
Das Spiel begann chaotisch. Nordschleifen-Spezialist Frank Stippler erwischte einen perfekten Start und übernahm sofort die Führung, doch vier Fehlschläge in Richtung Mercedes-Arena waren etwas zu viel. Der Aston Martin Vantage GT3 Nr. 17 der Dumarey/Böckmann/Ortmann-Kombination wurde tatsächlich vom Rutronik-Porsche 911 GT3 Nr. 21 der Andlauer/Niederhauser-Kombination nach links geschoben, ging an der Spitze und blieb stecken. Die Unfallursache lag eindeutig darin, dass der Aston Martin zunächst nicht die richtige Position einnahm. Sie waren nicht nur in einen Zusammenstoß verwickelt, sondern bekamen auch eine Durchfahrt. Auch der #35 Walkenhorst BMW M4 GT3 des Vereins Perreira/Trogen war direkt in den Startunfall verwickelt. Mit leichtem Schaden fielen sie ans Ende des Feldes zurück. Ab der sechsten und siebten Runde legten die Spitzenreiter ihre ersten regulären Stopps ein.
Die Nummer 17 rutschte in der Runde ab, konnte das Rennen aber beenden.
Nach der ersten Wettkampfstunde dominierte der #3 Falken Porsche 911 GT3 4 der Kombination Sven Müller/Alessio Piccariello die Wertung, gefolgt vom #34 Walkenhorst BMW M4 GT3 von Krognes/Giermaziak. Doch nach einer Berührung mit dem BMW #34 in der Sabine-Schmitz-Kurve musste der Falken-Porsche #3 mit einem beschädigten Diffusor eingreifen. Kurz vor 14 Uhr traf der führende BMW M4 GT3 zu seinem zweiten regulären Stopp ein. Mittlerweile hat der Kampf um den ersten Platz offenbar begonnen, sich zu entwickeln. In der 20. Runde griff Christian Krognes zum allerletzten Mal ein. Dies stellte sich als schwerwiegender strategischer Fehler heraus. Zwei Runden Vorsprung auf den siegreichen Scherer PHX Audi R8 LMS Nr. 5. Dies führte auch zu einem erheblichen Zeitverlust, so dass Krognes die Lücke nicht schließen konnte.
Die wunderschönen Duelle zwischen GetSpeed und Rutronik fesselten die Fans stundenlang.
Für den Walkenhorst BMW M4 GT3 Nr. 34 war das Leid noch nicht zu Ende. Da es während des Rennens kaum zu Zwischenfällen oder Code-60-Zonen kam, musste Christian Krognes kurz vor Schluss einen Splash/Dash machen, da das Rennen nicht 28, sondern 29 Runden dauerte. Damit waren alle Siegchancen für den #34 Walkenhorst BMW M4 GT3 endgültig zunichte gemacht. Am Ende belegten sie den vierten Platz. Doch der Kampf um den zweiten Platz entwickelte sich zu einem Thriller, da Fabian Schiller im GetSpeed-AMG-Mercedes-GT3 Nr. 9 und der Franzose Julian Andlauer im Rutronik-Porsche Nr. 21 keinen einzigen Vorsprung aufgeben konnten. Auf der langen Strecke über die Döttinger Höhe ließ sich Andlauer mehrfach in den Mercedes hineinziehen und verließ dann den Windschatten. Allerdings verfügt Fabian Schiller über etwas mehr Erfahrung auf der Nordschleife und konnte sich auf der Schlussetappe deutlich hervortun. Fakt ist, dass beide Fahrer ihren Zweikampf genossen haben.
Der Champion BMW330i weicht deutlich den schnelleren GT3.
Frank Stippler, ein schlauer Fuchs von der Nordschleife, nutzte den Kampf um die Führung sichtlich aus und schaffte es, etwas Abstand zu halten, indem er die verzweifelt auf den Sieg bedachten Spitzenreiter nicht behinderte. Kurz nach 15 Uhr traf der Scherer Sport Audi PHX zum letzten Mal ein. Christopher Mies, anstelle des zuvor angekündigten Ricardo Feller, blieb während dieses Routinestopps im Auto. Der Vorsprung auf Krognes betrug mehr als 20 Sekunden und daran hat sich nichts geändert. Für das Scherer Sport PHX-Team bedeutete dies einen verdienten Sieg und ein schönes Abschiedsgeschenk für den scheidenden Teamchef Ernst Moser, der zusammen mit dem ebenfalls ausgeschiedenen Dirk Theimann das Team nicht nur in der NLS, sondern auch in der DTM und im GT-Sport anführte. …hat es geschafft, große Höhen zu erreichen. Ein verdienter Abschied.
Team Adrenalin hat seine Vorgänger in den Geschichtsbüchern mittlerweile völlig übertroffen.
Titel für Adrenalin Motorsport Team Motec
Vor dem Adrenalin Motorsport Team Motec kann man nur Respekt haben. Zum sechsten Mal gewannen sie den VLN/NLS-Gesamttitel. Daniel Zils und der Norweger Oskar Sandberg verteidigten den Titel in diesem Jahr an der Seite von Philipp Leisen anstelle von Sindre Setsaas. Für 2024 behalten sie die Startnummer 1 auf ihrem BMW 330i. Der Sorg Cayman #959 belegte mit der Kombination Eichenberg/Grütter/Grosse den zweiten Platz seiner Klasse. Es reichte nicht aus, Zils/Sandberg/Leisen vom Titelgewinn abzuhalten.
Der GetSpeed AMG Mercedes GT3 und der Falken Porsche haben Mühe, sich durch den Verkehr zurechtzufinden.
Im ewigen Ranking ist Adrenalin Team Motorsport das erfolgreichste Team in der Geschichte der Meisterschaft und hat in der Statistik Scheid Motorsport überholt.
Matthias Unger, Teamleiter: „Ich kann mich nur wiederholen. Von außen betrachtet scheint es manchmal sehr einfach, aber dieses Jahr war es sehr schwierig. Wir mussten extrem hart arbeiten, um neun Siege in der Kategorie VT2R + 4WD zu erringen. Der Erfolg des Teams aus Heusenstamm kommt nicht von ungefähr.
Große Freude für den norwegischen Nordschleifen-Instruktor Oskar Sandberg, der das Auto als Letzter fuhr.
Oscar Sandberg: „Wir hatten dieses Jahr einfach das beste Paket. Wir waren ein Trio aus superschnellen Fahrern, das Auto war perfekt, wir hatten immer die richtigen Reifen und unser Team hat immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Und wie schon zuvor war es das Erfolgsrezept. In den ersten sieben Spielen wurde die maximale Punktzahl erreicht, die nur die Mannschaft von Sorg Rennsport erreichen konnte. Sie hätten immer noch das gleiche Niveau erreichen können.
Daniels Zils: „Wir haben es im Hinterkopf behalten. Aber wir dachten praktisch nur an ein Rennen zum nächsten. Wir haben uns hauptsächlich auf uns selbst konzentriert und das hat zu unserem Erfolg geführt.
Der allerletzte Stopp beim Scherer Team PHX-Team.
Daniels Zils gewinnt nun seinen vierten Titel. Die legendären Johannes Scheid und Heinz Otto Fritsche haben sogar fünf. Philipp Leisen blickt nun in die Zukunft. „Nach der Saison, nächste Saison. Ich möchte nächstes Jahr wieder mit so tollen Teamkollegen wie Daniel und Oskar um den Sieg kämpfen“, sagt Leisen.
In der Kategorie VT2R+4WD belegte das Sorg Motorsport-Tandem Piet Jan Ooms/Hans Theiss/Richard Jodexnis den vierten Platz und verpasste das Podium nur knapp. Der ehemalige F1/DTM-Fahrer Timo Glock belegte bei seinem Nordschleifen-Debüt in der BMW240i Cup-Klasse zusammen mit Anton Abee und Michel Albers den vierten Platz. In der PETN-Kategorie belegte der Niederländer Paul Harkema im AVIA W#S Porsche 911 GT3 Cup ebenfalls den vierten Platz.
Verdiente Gewinner. Christopher Mies und Frank Stippler.
Ergebnis 47. DMV Münsterlandpokal
1. Frank Stippler/Christopher Mies – SCHERER SPORT PHX – Audi R8 LMS GT3 29 Runden in 4.03.038.088
2. Lucas Auer/Fabian Schiller – Mercedes-AMG Team GetSpeed – Mercedes-AMG GT3 + 46,123 Sekunden,
3. Julien Andlauer/Patric Niederhauser – Rutronik Racing – Porsche 911 GT3 R + 1.09.122
4. Christian Krognes/Kuba Giermaziak – Walkenhorst Motorsport – BMW M4 GT3+ 1,13,489
5. Florian Spengler/Markus Winkelhock – Autosammlung – Audi R8 LMS GT3 + 2.53.549
6. Ben Dörr/Phil Dörr/Darren Turner – Dörr Motorsport – Aston Martin Vantage GT3 + 3.15.305
7. Dylan Pereira/Sami-Matti Trogen – Walkenhorst Motorsport – BMW M4 GT3 + 3.23.459
8. Adrien de Leener/Dennis Olsen – Dinamic GT – Porsche 911 GT3 R+ 5.07.099
9. Maxime Dumarey/Mike David Ortmann/Marek Böckmann – PROsport Racing – Aston Martin Vantage GT3+ 7.11.737
10. Ben Bünnagel/Noah Nagelsdiek/Gabriele Piana – Black Falcon – Porsche 911 GT3 Cup + 8.08.511
Tund ein weiterer Audi-Sieg am Ende der Saison.

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