Der chinesische Ministerpräsident Li Qiang besuchte heute Bundeskanzler Olaf Scholz. Der Schwerpunkt der Diskussionen lag auf Wirtschaftsbeziehungen, es wurden aber auch weniger leicht zu diskutierende Themen besprochen. Nämlich: Menschenrechtsverletzungen in China, die chinesische Position im Krieg in der Ukraine und die Taiwan-Frage.

Dennoch habe es laut dem Direktor der Deutsch-Niederländischen Handelskammer Günter Gülker ein „positives und konstruktives Gespräch“ gegeben, bei dem beide betonten, dass der Dialog Priorität habe. Vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Klima. „Daher wurden Vereinbarungen getroffen, sich regelmäßig zu treffen und gemeinsame Lösungen zu finden“, erklärt er. „Beide Länder sind große CO2-Emittenten.“
„Das Treffen sollte ein Signal sein, um zu zeigen, dass den gegenseitigen Beziehungen große Bedeutung beigemessen wird“
Es gab keine wirkliche Überraschung, glaubt Frans-Paul van der Putten, Berater und Chinaforscher am Clingendael Institute. Seiner Meinung nach sollte das Treffen zwischen den beiden Ländern ein Signal dafür sein, dass den gegenseitigen Beziehungen große Bedeutung beigemessen wird. „Damit die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen gut bleiben“, sagte er. „Aber es gab für mich wenig Substanzielles zu berichten.“
Berichte
Und dass diesen bilateralen Beziehungen große Bedeutung beigemessen wird, sei gut, so Gülker. Zumal China und Deutschland bereits sehr intensive Beziehungen pflegen. Gülker schätzt, dass es sich dabei um mehr als 300 Milliarden Euro handelt. „China ist ohnehin vor Deutschland der wichtigste Handelspartner, aber die deutsche Wirtschaft hat es derzeit in China nicht leicht“, sagt er.
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Dies liegt vor allem daran, dass der Marktzugang eingeschränkt ist, es Probleme mit dem Spionagerecht und dem geistigen Eigentum gibt und Deutschland nicht an Ausschreibungen teilnehmen kann. „Es gibt viele Punkte zu besprechen, deshalb hat Scholz im Gespräch auf gleiche Wettbewerbsbedingungen bestanden“, sagt Gülker.
Spannung
Es handele sich also um ein wichtiges Thema, erkennt Van der Putten Gülker an. Und nicht nur für Deutschland, auch China ist in Gefahr. Zumal sich die Beziehungen Chinas zu den USA in den letzten Monaten und Jahren erheblich verschlechtert haben, so Van der Putten. „Umso wichtiger ist es für China, gute Beziehungen zu Europa zu pflegen, und innerhalb Europas ist Deutschland der mit Abstand wichtigste Partner.“

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