Rutte: Italien selbst für Anleiherenditen verantwortlich


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Italien selbst muss aufpassen, dass die Zinsen für seine Staatsanleihen nicht zu stark steigen. Das sagte Premierminister Mark Rutte nach einem EU-Gipfel in Brüssel. Rutte deutet damit an, dass er einer weiteren Unterstützung Italiens nicht ohne Weiteres zustimmt.

In letzter Zeit wird den wachsenden Unterschieden zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Aufgrund des Auslaufens des Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) und der angekündigten Zinserhöhung gaben die Anleihenkurse an den Aktienmärkten nach. Infolgedessen überstieg die Rendite dieser Anleihen, die auch als „Rendite“ bezeichnet wird, 4 %. In den letzten Jahren hat die EZB mit dem Kaufprogramm viele italienische Staatsanleihen gekauft, sodass die Zinsen, die Italien zahlen musste, gering geblieben sind.

Der Spread gegenüber deutschen Staatsanleihen weitete sich aus, weil dieses Land als wesentlich kreditwürdiger gilt. Deutsche Staatsanleihen sind daher laut Anlegern eine sicherere Anlage. Dieser Unterschied ist teilweise darauf zurückzuführen, dass die italienische Staatsverschuldung im Vergleich zur Größe der Volkswirtschaft viel höher ist.

Ökonomen nehmen die Differenz zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen, auch „Spread“ genannt, unter die Lupe. Darauf muss die EZB in ihrer Politik achten, denn ist der Abstand zu groß, besteht die Gefahr, dass italienische Staatsanleihen zu teuer für die Rückzahlung werden und eine neue Euro-Krise ausbricht. Der Hauptunterschied zu Ländern wie Portugal, Irland und Griechenland besteht darin, dass die italienische Wirtschaft viel größer ist, ebenso wie die Staatsverschuldung.

Es sei aber noch ein weiter Weg, um von einer solchen Krise zu sprechen, sagte Rutte, der die Lage als „überschaubar“ bezeichnete. Der Premierminister hob auch die vom italienischen Kabinett durchgeführten Reformen hervor. „Dies wird dazu beitragen, die Grundlagen der italienischen Wirtschaft zu verbessern.“

Gleichzeitig wies Rutte auf die Handbremse hin, die die Niederlande und andere Länder im Gegenzug für die Unterstützung eines EU-weiten Hilfspakets in Höhe von 800 Milliarden Euro angezündet haben. Wenn Länder die Reformanforderungen nicht erfüllen, werden die Zahlungen aus diesem Fonds eingestellt. „Dieses Tool ist dazu da, bei Bedarf eingesetzt zu werden. Es wirkt nicht nur abschreckend. »

Übrigens hat die EZB bereits angekündigt, dass sie versuchen wird, einen niedrigen Spread zu halten. Italien selbst argumentiert, dass die Staatsverschuldung zwar jetzt proportional höher sei als während der Eurokrise, die durchschnittliche Zinslast aber viel niedriger sei. Mit dem erwarteten Wirtschaftswachstum wird auch die Verschuldung proportional sinken.

Mariele Geissler

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