Plastikrecycling 2.0: fünf plastikhungrige „Tiere“

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird die Menge an Plastikmüll auf der Erde bis 2060 fast dreimal so groß sein. Nur 17 % davon werden recycelt. Die Hälfte landet auf Deponien, mit allen umweltschädlichen Folgen, die das mit sich bringt.

Natürlich müssen wir viel mehr Plastik recyceln, als wir es derzeit tun. Aber auch ein großer Müllberg muss noch entsorgt werden. In letzter Zeit macht die Wissenschaft immer mehr Entdeckungen, die dabei helfen können. Es stellt sich heraus, dass es Organismen gibt, die gerne Plastik fressen. Mehrere fesselnde Plastikfresser hintereinander:

Friedhofsenzym frisst Plastik

Nichts als Gutes über die Toten. Es wird erst nach diesem Fund deutlich. Deutsche Forscher haben in einem Komposthaufen auf einem Friedhof ein Enzym gefunden, das Plastik abbauen kann. Dieses Enzym wird von Bakterien und Pilzen verwendet, um das natürliche Polyester in Pflanzen abzubauen. Natürliches Polyester ist der synthetischen Sorte ähnlich. Dieses Enzym war also auch in einem Plastikbehälter voller Weintrauben hungrig.

KI regt den Appetit auf PET an

Es gibt also plastikfressende Enzyme in der Natur. Menschen können sie nutzen und sogar effektiver machen. Oder, Mann; Kürzlich hat künstliche Intelligenz Forschern dabei geholfen, die ultimativen plastikfressenden Bakterien zu erschaffen. Was für Menschen unmöglich ist, ist einer KI gelungen. Durch Veränderung der Molekularstruktur eines Bakteriums wurde ein Enzym geschaffen, das PET innerhalb von 24 Stunden abbaut.

Superwürmer lieben Styropor

Kunststoff-Enthusiasten finden wir nicht nur unter der Lupe. Australische Wissenschaftler haben Würmer erhalten, um Plastik unwiderstehlich zu machen. Auch hier bot ein Enzym Trost. Nachdem die Supervers dieses Enzym erhalten hatten, konnten sie Styropor als Lebensmittel verarbeiten.

Birken saugen Mikroplastik auf

Nach der Fauna gibt es auch in der Flora Plastikfresser. Deutsche Forschungen zeigen, dass Birke besonders in der Lage ist, Mikroplastik schnell aus dem Boden aufzusaugen. Dies liegt daran, dass der Baum relativ schnell wächst und seine Wurzeln ziemlich flach sind. Theoretisch bedeutet dies, dass der Baum leicht Mikroplastik aus dem Boden um ihn herum aufnimmt. Aber vieles ist noch unklar. Auf jeden Fall wissen die Wissenschaftler noch nicht, was all das Plastik mit der Gesundheit des Baumes macht.

Roboterfische fressen Plastik

Diesmal kein Organismus, aber etwas Ähnliches. Wissenschaftler haben einen 1,5 cm großen Roboterfisch entwickelt. Die Zusammensetzung der Materialien, aus denen der Fisch besteht, sorgt dafür, dass er Mikroplastik anzieht. Vielleicht wird also in naher Zukunft ein Schwarm von Roboterfischen Mikroplastik aus unseren Ozeanen entfernen.

Lorelei Schwarz

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