Omroep Flevoland – Nachrichten – NSB-Mitglieder versprachen, nicht zu fliehen, nur Arbeitslager für NOP offen

Das versteckte holländische Paradies. So hieß der Noordoostpolder in den Kriegsjahren. Viele Männer, die dem Zwangsarbeitseinsatz in deutschen Fabriken entfliehen wollten, fanden Zuflucht in den neu gewonnenen Poldern.

Weniger bekannt ist, dass es unmittelbar nach dem Krieg Internierungslager gab. Tausende „böse“ Niederländer wurden inhaftiert, weil sie zum Beispiel Mitglieder der NSB waren. Nach dem großen Überfall Ende 1944 waren die Arbeitslager, die zur Rückeroberung der Region eingerichtet worden waren, praktisch leer. Sie wurden in Internierungslager umgewandelt, mit Stacheldraht und Wachtürmen. Aber es gab einen seltsamen Ort, an dem alles anders kam. Lager Westvaart bei Bant.

Im Lager Westvaart befanden sich 413 NSB- und SS-Männer, die zu Haftstrafen von bis zu zwei Jahren verurteilt worden waren. Der Lagerkommandant wollte alles anders machen, weil er sah, dass strenge Haft unnötig war und es wenig oder gar keine Arbeit gab. Deshalb wurde in seinem Lager ein spezielles Experiment durchgeführt. „Insassen wurden in diesem Lager nicht eingesperrt. Sie hatten viel mehr Freiheit und Bezahlung. Ehemalige SS- und NSB-Mitglieder hatten einen Vertrag unterschrieben, dass sie im Austausch für gute Behandlung nicht entkommen würden. Niemand lief weg“, sagt Robert Hofman. Hofman hat viel über Arbeitslager geforscht.

Lager Westvaart, Ende der 1940er Jahre Quelle: Archiv Jan Gunnink/Enrico Klunder.

Der Lagerkommandant schätzte das Christentum sehr und achtete auf gegenseitigen Respekt. Also mussten sich alle grüßen. Der Plan funktionierte wunderbar. Die Arbeit wurde ernsthafter erledigt und die Atmosphäre war gut. Es gab Raum für Diskussion und Reflexion. Gefangene, die sich schlecht benahmen, wurden verlegt und oft bedauert. Ende 1948 wurde das Lager „Westvaart“ als eines der letzten Lager geschlossen.

Andere Lager und Missbräuche
In den Noordoostpolder-Lagern gab es unschuldige Menschen, aber auch hochrangige Mitglieder der NSB, die aktiv mit den Deutschen kollaboriert hatten. Wilhelmus de Rijke war einer von ihnen. Während des Krieges war er Staatsanwalt am Gericht Arnheim. De Rijke benahm sich im Lager ziemlich rebellisch und es kostete ihn viel Geld. Zur Strafe musste er stundenlang mit fünf Kilogramm Roggenbrot auf dem Kopf stehen und wurde ins Bein geschossen. Dieses Bein musste später amputiert werden. Die Historikerin Carla van Baalen schrieb das Buch „Heaven in Wartime“ über die versteckten Menschen, die sich während des Krieges im Noordoostpolder aufhielten. „Für meine Recherchen habe ich mit vielen Polderältesten gesprochen. Sie sprachen über die illegalen Lager und indirekt auch über die Zeit unmittelbar nach dem Krieg. Ich wusste nicht, was ich da hörte. Es fiel mir auch ein, als Internierte Menschen waren, die ich sprach zu tun und manchmal sogar daran teilgenommen zu haben, fand es im Nachhinein schrecklich“, sagt Van Baalen.

unterbelichtet
Dieses Stück Geschichte wurde immer unterbelichtet. Omroep Flevoland kontaktierte mehrere Verwandte von Menschen, die in den Lagern waren, aber niemand war bereit oder in der Lage, darüber zu sprechen. Was bleibt, sind Geschichten, die in Dokumenten aus dieser Zeit auftauchen. Robert Hofman van Urk hat in Wartime ausführlich darüber geforscht und viel gelernt. Basierend auf seinen Recherchen betrachtet Omroep Flevoland diese Woche die Situation in den Lagern.

Internierungslager im Noordoostpolder

„Es ist eine vergessene Zeit in unserer Geschichte. Die Menschen, die dort eingesperrt waren, sind fast alle tot und haben ihren Kindern oft nichts davon erzählt. Es gab und gibt viel Scham“, sagt Hofman.

Kein Axttag
Unmittelbar nach dem Krieg gab es kein „normales“ Gerichtsverfahren. Niederländer, die im Verdacht standen, falsch zu liegen, wurden in Lager im ganzen Land geschickt. Zur Strafe wollte die Regierung aber auch einen „Axt-Tag“ verhindern. Verhindere, dass Leute für ihren eigenen Richter spielen. „Wer den Feind gerochen hat, war schon festgenommen. In den Niederlanden wurden etwa 100.000 bis 150.000 Menschen festgenommen. Nicht alle lagen ‚wirklich‘ falsch. sagt Hofmann.

Caned nach dem Singen
Über die Behandlung in den Lagern kursierten übrigens die verrücktesten Geschichten. So soll ein Arzt während einer Operation angeblich ein Hakenkreuz in einen Körper geschnitten haben. Dies stellte sich später als falsch heraus. Geschichten von Schlägen in den Lagern nach dem Singen deutscher Lieder stellen sich als wahr heraus. Sie wurden mit besendicken Stöcken geschlagen. „So hart, dass diese kaputt gingen“. Und zwei Häftlinge wurden zwei Tage lang ohne Essen und Trinken in einem Transformatorenhaus eingesperrt, das Strom hatte. Laut Robert Hofman war jedoch nicht alles schrecklich. „Manchmal wurde aus einer Mücke ein Elefant.“

Arbeit auf dem Polder
Die Internierten waren nicht hinter Schloss und Riegel. Sie sollten zum Bau des zurückgewonnenen Polders beitragen. Das bedeutete, die Felder zu bearbeiten, Getreide zu ernten, Straßen zu bauen und bei der Rodung zu helfen. Die Polderverwaltung war darüber nicht sehr glücklich, wie es in Van Baalens Buch heißt: „Nicht alles würde gut gehen, kurz nach der Befreiung. Das Management im Polder kämpfte weiterhin mit einem großen Arbeitskräftemangel. , es schien, als könnten sich die Leute einfach nicht dazu bringen, wieder an die Arbeit zu gehen. Etwas Erleichterung brachte ein Einsatz von etwa 800 inhaftierten NSB-Angehörigen, die in besonders bewachten Lagern untergebracht wurden. wurde nicht von allen mit Jubel begrüßt. Für Knipmeijer (damaliger Direktor, Anm. d. Red.) erschien dies wie eine Beleidigung und er richtete daher einen dringenden Appell an die „guten“ Holländer, zu kommen und im Polder zu arbeiten.“

Arbeit im Polder. Quelle: Eigen Erf, August 1948

Die Arbeit mit den Insassen war wirklich etwas, worüber sich das Management Sorgen machte. Sie können den schönen Polder nicht von den „bösen“ Holländern übernehmen lassen. Es wäre ein Fleck auf dem ehrgeizigen Projekt. Viel schöner war natürlich die Geschichte der illegalen Einwanderer, die während des Krieges den Polder gerodet hatten. „Diese stolze Erinnerung steckt auch im heutigen Namen. Der Noordoostpolder (NOP) wurde das versteckte niederländische Paradies genannt. Tatsächlich war es nur der Arbeitstitel und das Gebiet „Urkerwaard“ (auch „Urkerland“ war für einige eine Option Jahre, rot.) Nach dem Krieg war der Spitzname so etabliert, dass er immer noch Noordoostpolder blieb.

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Helfried Beck

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