Ode an Fassbinder produziert kein schleppendes Kino | Film

  • Was: Drama, dunkle Komödie
  • Regisseur François Ozon
  • Mit: Denis Menochet, Khalil Ben Gharbia, Isabelle Adjanic

der Satire (Sitcom) zum dokumentarischen Drama (Gott sei Dank), Thriller (Schwimmbad) zum Musical (8 Frauen), tränenreiches Melodram (Engel) bis hin zum magischen und realistischen Märchen (Ricky): Ozone lässt sich keinem Genre oder Genre zuordnen. Manchmal nimmt er jedoch Anleihen bei Filmemachern, die ihn anrufen, wie dem amerikanischen Melodramen Douglas Sirk oder dem bereits erwähnten Rainer Werner Fassbinder.

Fassbinder macht sehr persönliche Filme, distanziert sich aber oft, auch dank seiner theatralischen Stilisierung. So hat er bombardiert Die bitteren Tränen der Petra von Kant (1972) eine lesbische Modedesignerin als Hauptfigur, die zeigt, wie die sadomasochistische Beziehung zu ihrer Assistentin einer jungen Geliebten (Hanna Schygulla) gewichen ist, der sie völlig verfallen ist.

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Vermutlich, dass sich der deutsche Regisseur über den Protagonisten dieses Films Gedanken gemacht hat, gibt Ozon in seiner lockeren Adaption von Peter von Kant (Denis Menochet) einen schwulen Regisseur ab, der seinen etwas schüchternen Assistenten als Scheibenwischer einsetzt und in den Bann eines gutaussehenden jungen Mannes gerät (Khalil Ben Gharbia). Als weitere Hommage an das Original wurde auch Hanna Schygulla besetzt: Jetzt als Mutter des grüblerischen Filmemachers.

Das bietet immersives Kino Kants Stein jedoch nicht an, gar nicht ohne Kenntnis aller Zusammenhänge. Was bleibt, ist eine ironisch-komische Darstellung eines hysterischen Narzissten und eine überschwängliche Illustration der These, dass Liebe niemals ganz gleich sein kann.

✭✭✭

Eleonore Roth

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