NSK arbeitet mit VR-Technologie in der Produktion • AT-Drive-Technologie

Das VR-Maschinentraining im Werk Munderkingen von NSK bietet eine Reihe wichtiger Vorteile

Bediener von hochpräzisen Schleif- und Läppmaschinen für NSKDie Produktion von Kugellagern nutzt nun Trainingsmethoden der virtuellen Realität (VR). Die VR-Technologie hat unter anderem den Vorteil, dass Maschinen weiter produzieren können, gleichzeitig kann das Training einfacher standardisiert werden. Für NSK dient dieses erste Projekt im Werk Munderkingen (Deutschland) als Modell für den zukünftigen Einsatz an anderen Standorten.

Die Fertigung von Kugellagern stellt sehr hohe Anforderungen an die Bearbeitungsgenauigkeit. Aus diesem Grund verwenden NSK-Produktionsstandorte spezielle hochpräzise Schleif- und Läppmaschinen. Die Herausforderung besteht darin, diese Maschinen rund um die Uhr zu betreiben und gleichzeitig die Mitarbeiter in ihrer Bedienung zu schulen.

VR-Technologie

NSK hat in Zusammenarbeit mit Vielfalt.me, die Lösung dafür wurde in der VR-Technologie gefunden. Für Schulungen muss die Produktion nicht mehr unterbrochen werden, da diese nun interaktiv im virtuellen Raum stattfinden. Außerdem ist es möglich, die Schulung in einem dezentralen Raum von nur 2 m2 abzuhalten.

Einrichtungsprozess

Einer der Vorteile dieser Art von Schulung besteht darin, dass jeder Bediener lernt, die Maschine jedes Mal auf die gleiche Weise einzurichten, wenn er zum nächsten Produkt übergeht. Im Werk Munderkingen sind Rüstabläufe besonders wichtig, da das Werk verschiedenste kundenspezifische Lagertypen in Kleinserien herstellt, was häufiges Nachjustieren der Maschine erfordert.

Weniger Fehler

VR-unterstütztes Training des Rüstvorgangs führt zu Standardabläufen und reduziert Zykluszeitfehler, Ausfallzeiten und Qualitätsabweichungen. Wichtig ist, dass Bediener ihre Einrichtungsfähigkeiten wiederholt üben und verbessern können, ohne die Maschine jedes Mal auseinanderbauen zu müssen.

Kurze Trainingszeit

Carsten Schleyer, Projektleiter bei NSK in Munderkingen, nennt einen weiteren Vorteil: „Der Zeitaufwand für Schulungen im virtuellen Raum beträgt in der Regel nur ein Drittel des Zeitaufwands für herkömmliche Schulungen. Das liegt vor allem daran, dass das VR-Training rein verfahrensorientiert ist, ohne mit Werkzeugen und Teilen arbeiten zu müssen. »

Entwicklung von Maschinen und VR-Technologie

In der Praxis zeigte sich schnell, dass die VR-Technologie viele Vorteile für NSK bietet, die weit über den Schulungsbedarf hinausgehen. Nehmen wir zum Beispiel eine noch in der Entwicklung befindliche Maschine des Herstellers. Es ist möglich, diese Maschine im virtuellen Raum zu installieren und dort Mitarbeiter zu schulen.

Maschinentraining mit VR-Technologie im NSK-Werk Munderkingen bietet eine Reihe wichtiger Vorteile (Foto: NSK Munderkingen)

Anhand des digitalen Modells der Maschine können Rüstvorgänge analysiert und optimiert werden. Bediener können dann Vorschläge zur Optimierung dieser Abläufe machen und ihr Feedback und ihre Vorschläge sogar direkt an die Maschinenentwickler senden, die sie entsprechend anpassen können.

Sehen Sie jeden erdenklichen Winkel

Ein weiterer Vorteil eines solchen Modells einer digitalen Maschine im virtuellen Raum ist, dass es aus allen erdenklichen Blickwinkeln betrachtet werden kann. Dies kann zum Beispiel für Reparatur- und Wartungspersonal nützlich sein, das in die virtuelle Maschine hineinsehen und einen Teileaustauschplan erstellen kann.

Das Managementteam von NSK sieht dieses Projekt als gutes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung nicht nur die erwarteten Vorteile bringt, sondern auch Einblicke in Möglichkeiten in anderen Bereichen bietet. „Die Verfügbarkeit eines Schleifmaschinen- oder Läppmaschinenmodells im virtuellen Raum vereinfacht nicht nur die Schulung der Mitarbeiter, sondern erleichtert auch die Bedienung und Wartung der jeweiligen Maschine“, bestätigt Carsten Schleyer.

Die Umsetzung des Projekts im NSK-Werk Munderkingen erfolgte in Zusammenarbeit mit Varity.me, einem interdisziplinären Team von Modellfabrik Bodensee GmbH. Varity.me hat mit dem Varity SDK eine eigene Software entwickelt, um schnell und einfach interaktives Training im virtuellen Raum zu entwickeln.

Auch interessant: NSK und Thyssenkrupp prüfen Automotive-Joint-Venture

Helfried Beck

„Analyst. Totaler Alkoholkenner. Stolzer Internet-Fan. Ärgerlich bescheidener Leser.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.