Messerstecherei in einem deutschen Zug: Möglicher Terroranschlag | 1Limburg

Die deutsche Polizei untersucht, ob es sich bei dem wahllosen Messerstich auf Zugpassagiere am Freitagmorgen in einem Zug kurz hinter der Grenze bei Kerkrade in Herzogenrath um einen islamistischen Terrorakt handelte.

Fünf Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU). Vier Passagiere, darunter der Verdächtige, mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Reul sprach während einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag von einem Wutanfall.

mutige Leute
Laut Reul soll der 31-jährige Mann irakischer Abstammung wahllos auf Fahrgäste im Zug eingestochen haben. Einem 60-jährigen Zivilpolizisten, der sich ebenfalls im Zug befand, gelang es, den Verdächtigen zusammen mit zwei weiteren Zugpassagieren zu Boden zu drücken und festzunehmen. Der Polizist und der Verdächtige wurden verletzt. Ob sich Niederländer im Zug befanden, ist nicht bekannt. Reul lobte den Mut des Beamten und der beiden Zugpassagiere, die den Mann zum Anhalten zwangen. „Diese drei tapferen Menschen haben das Schlimmste verhindert“, sagte Reul.

Schnitte
Während des Angriffs befanden sich 270 Fahrgäste in dem Zug, der gerade von Herzogenrath nach Aachen abgefahren war. Die Verwundeten hatten Schnittwunden im Gesicht, an der Hand oder an der Schulter. Keiner von ihnen sei lebensgefährlich verletzt worden, sagte Reul.

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Der Bahnverkehr zwischen Mönchengladbach und Aachen wurde unterbrochen. Die deutsche Polizei ist mit zweihundert Agenten vor Ort, um die Passagiere des Zuges als Zeugen zu vernehmen.

Radikale islamische Ideologie
Der Verdächtige ist laut Reul der Polizei nicht unbekannt. Er lebt irgendwo in Nordrhein-Westfalen, seine aktuelle Nationalität ist unbekannt. 2017 verständigte das Asylbewerberzentrum, in dem sich der Mann aufhielt, die Polizei. Das Deutsche Asylbewerberzentrum befürchtet, dass der Mann radikalislamischen Ideen anhängt. Laut Reul hat sich der Mann seitdem immer mehr von seinem Umfeld und anderen Menschen isoliert und sich einen Bart wachsen lassen. Er nahm auch verschiedene Namen an, was es schwierig machte, seine Identität zu ermitteln.

„Jetzt müssen wir untersuchen, ob diese Tat wirklich einen islamischen Hintergrund hatte“, sagte Reul am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz. Diese Ermittlungen müssen von einem spezialisierten Polizeiteam durchgeführt werden.

Helfried Beck

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