Grauwäsche: Rechtfertigung der Nutzung und Produktion fossiler Brennstoffe. Dies geschieht jetzt in der Nähe unseres Wattenmeeres, einer einzigartigen Region, die sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört | Meinung

Statt mehr in die Energiewende zu investieren, bei der wir weg von fossilen Brennstoffen kommen, soll mehr Gas unter dem Wattenmeer gebohrt werden. Greywashing nennen das Nadja Siersema-Orsel und Hendri Meendering.

Lassen Sie Gasbohrungen positiv aussehen, weil es einen Krieg und vielleicht nur eine Gasknappheit gibt. Das ist Grauwäsche: die Nutzung und Produktion fossiler Brennstoffe rechtfertigen. Sie wollen um jeden Preis gewinnen. Halten Sie sich an kurzfristiges Denken und greifen Sie auf die einfachste Lösung zurück.

In der Nähe unseres Wattenmeeres, einem einzigartigen Gebiet, das sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, findet Grauwäsche statt! Die Gasförderung unter dem Wattenmeer bei Ternaard ist noch im Gange und wir sprechen bereits über eine neue Genehmigung, die die Natur bei Schiermonnikoog und der deutschen Watteninsel Borkum betreffen wird.

Seit einigen Monaten befinden wir uns in einer besonderen Situation: einem Krieg in Europa. Das sorgt in vielen Ländern für Spannungen, wo wir plötzlich Probleme wie eine mögliche Gasknappheit haben. Es ist also ein guter Zeitpunkt, noch mehr in die Energiewende zu investieren, weg von fossilen Brennstoffen. Aber stattdessen machen wir das Gegenteil: mehr nach Gas bohren. Greywashing ist daher eine schnelle und unerwünschte Lösung. Bis zum eigentlichen Start der Förderung wird es zudem noch einige Jahre dauern, Zeit, die wir auch nutzen können, um die Energiewende weiter zu gestalten.

Katastrophal für dieses Viertel

Dieses kurzfristige Denken spielt nun auch oberhalb von Schiermonnikoog und Borkum eine Rolle. Das Unternehmen One-Dyas will hier nach Gas bohren, in der Nähe einer gefährdeten und kürzlich wiederhergestellten Natur: den Wattenmeer- und Borkumse-Steinen. Vor dem Krieg kam dies für die Bundesregierung nicht in Frage. Heute sucht auch das Land Niedersachsen nach der einfachsten Lösung und sagt „Ja“ zum Projekt. Dabei trägt der zu erwartende Gasertrag nur 1 % zum deutschen Gasverbrauch bei. Für dieses 1 % sind sehr gefährdete Naturgebiete bedroht. Gefährdet, da es zu Absenkungen und Störungen des Wassermanagements kommen kann; sie sind verheerend für diese Region.

Auch die Niederlande sind an dieser Form des Greywashing beteiligt. Dafür muss der niederländische Minister für Wirtschaft und Klima eine Genehmigung erteilen, da die Bohrungen in niederländischen Gewässern stattfinden. Und leider sehen wir es auch in unserer Regierung: Es wird die einfachste Lösung gesucht. Wir wissen, dass dies der falsche Ansatz ist.

Gegen die geplante Gasförderung gibt es viele Einwände: die Bürgermeister der niederländischen und deutschen Watteninseln; Naturschutzorganisationen wie Waddenvereniging und World Wildlife Fund Niederlande; UNESCO, Landesräte, Gemeinderäte, Wattenmeer, Europäisches Parlament. Sie alle weisen auf die Verwundbarkeit des Wattenmeeres hin und alle sehen die Gefahren von Gasbohrungen. Sie alle sehen, dass dies nicht die richtige Wahl ist. Aber die beteiligten Behörden? Sie gehen nur ihrem Geschäft nach.

Das Wattenmeer muss geschützt werden

Das Wattenmeer ist ein einzigartiges Gebiet, Weltnaturerbe, wir müssen es vor dieser unerwünschten Gasgewinnung schützen. Wir müssen sicherstellen, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, um dieses Gebiet zu erhalten und zu schützen. Gasbohrungen gehören nicht dazu.

Unsere Regierung muss dieses kurzfristige Denken loswerden. Wir müssen uns auf nachhaltige Energie konzentrieren, damit wir sauber und mit minimalem Schaden für dieses einzigartige Naturschutzgebiet und unsere eigene Lebensumgebung produzieren können. Es ist möglich, aber die Politik muss es erkennen und sich daran halten. Wir fordern daher die niederländische und die deutsche Regierung auf: Bleiben Sie bei der Energiewende, bleiben Sie bei den richtigen Entscheidungen. Geben Sie diese Erlaubnis nicht auf!

Nadja Siersema-Orsel und Hendri Meendering sind Mitgliedsstaaten der Provinz Groningen GroenLinks

Poldie Hall

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