Godwins Gesetz

In den 90ern bin ich nicht zur Schule gegangen, aber ich habe Kicker gespielt. Den ganzen Tag. Eines Tages im Jahr 1993 spielte ich mit meinem regulären Teamkollegen William gegen zwei Rivalen, von denen einer Charles hieß.

Wir waren von neun auf null (Fußballspiele gehen auf 10), aber langsam kämpften wir uns zurück. 3-9. 6-9. 9-9. Ein historisches Comeback lag in der Luft. Bis Charles den Ball bewusst und triumphierend ins eigene Tor warf.

Später arbeitete Charles als Bankier für die Reichen.

Drei Jahre zuvor, 1990, hatte Mike Godwin sein berühmtes Gesetz im Internet vorgeschlagen. Dieses Gesetz von Godwin lautet wie folgt: Je länger eine Diskussion im Internet andauert, desto unausweichlicher wird der Bezug auf die Nazis.

Zum Beispiel postet jemand ein Katzenvideo. Katzen und Hunde werden in den Kommentaren diskutiert. Welche machen mehr Spaß. Die Diskussion geht weiter. Jemand spricht über Deutsche Schäferhunde. Jemand anderes nennt Deutsche Schäferhunde die Nazis unter den Hunden. Das ist Godwins Gesetz.

Diskussionen über Impfstoffe führen schnell zu Nazi-Impfstoffen.

Godwin ärgerte sich über leichte Vergleiche mit den Nazis. Sein Gesetz ist immer noch sehr aktuell. Viele Chatplattformen beenden sogar einen Chat, sobald ein Nazi-Bezug gemacht wird.

Natürlich gibt es auch Leute, die diese Regelung missbrauchen, um, sobald sie auf der Verliererseite stehen, bewusst Nazis einzuschalten, um die Diskussion zu beenden.

Ich denke, Charles ist einer dieser Leute.
Der Nazi unter den Kickern.

Rens van der Vorst ist Technophilosoph, arbeitet bei Fontys Hogescholen ICT and Engineering und ist Autor von ‚Warum Sie Ihr Navigationssystem immer schlagen wollen‘† Lilie hier die ersten Kolumnen, die er für Bron schrieb.

Helfried Beck

„Analyst. Totaler Alkoholkenner. Stolzer Internet-Fan. Ärgerlich bescheidener Leser.“

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