Glauben Sie an Aalten, von Volkskerk bis Keuzekerk



Religion

AALTEN Der fünfte und letzte Artikel über den Glauben an Aalten und Umgebung befasst sich mit der Zeit von vor mehr als hundert Jahren bis heute mit einem Blick in die Zukunft. Wir sind wieder bei Hans de Graaf eingeladen. Auch diesmal liegen Bücher, Laptop und Zettel mit Notizen auf dem Tisch. Es gibt Kaffee mit einer Untertasse Kekse und Hans macht sich auf den Weg.

Von Karin Stronks

Die Geschichte wird in der Zeit nach dem Brand aufgegriffen, der 1893 die RK Waterstaatskerk neben der heutigen Bäckerei in der Dijkstraat zerstörte. „Eine neue neugotische Kirche wurde an der Stelle der heutigen Helena-Kirche gegenüber gebaut die Brücke. Der Glaube ist immer eng mit dem täglichen Leben verbunden und ganz mit der Familie verbunden. Die römisch-katholische Kirche war eine Volkskirche.
1916 kam Pastor Chris van Rooijen nach Aalten. „Er kam aus Enschede. So wie in Aalten die Textilindustrie florierte, verstand Van Rooijen die Arbeiter. Laut Hans de Graaf hat der Pfarrer keinen leichten Charakter. „Er hatte einen Schäferhund. Viele Gemeindemitglieder bewunderten ihn mehr als seinen Hund…“

Säulen
Die damalige Gesellschaft war in Säulen aufgeteilt: eine römisch-katholische, eine protestantische Christliche und eine sozialistische. Die Mitglieder der „Säulen“ kaufen in gleichfarbigen Geschäften ein. Jemanden von einer anderen „Säule“ zu heiraten, wird im Allgemeinen als eine große Sache angesehen. Das reiche römische Leben erreichte seinen Höhepunkt in den 1930er Jahren, Prozessionen finden regelmäßig statt. Auch das Gemeinschaftsleben blüht auf. „Damals kannten wir den römisch-katholischen Fußball- und Turnverein DVOA (By Friends Founded Aalten). In den Umkleidekabinen hingen sogar Kruzifixe.
De Graaf fährt fort: „Die Protestanten waren bei weitem die Mehrheit und ziemlich dominant in Aalten. Katholiken galten oft als Bürger zweiter Klasse. Sie haben sogar einen Vergleich zwischen Unkraut (römisch-katholisch) und Weizen (protestantisch) angestellt. Selbst bei Besuchen und Treffen wurden solche Aussagen manchmal gemacht.
Der Zweite Weltkrieg bricht aus. Die Juden werden aus Aalten deportiert. Pastor Van Rooijen nimmt in seinen Predigten kein Blatt vor den Mund und warnt die Juden. Darin folgt er Erzbischof Johannes de Jong nach Utrecht.

Bombenangriff
Ein deutscher Offizier ist im Pfarrhaus von Aalten einquartiert. „Am Sonntag, dem 28. Januar 1945, ereignete sich während eines Nachmittagsgottesdienstes unter dem Vorsitz des Kaplans die Katastrophe. Die Dijkstraat wurde bombardiert. Das Presbyterium erhält einen Volltreffer. Die neugotische Kirche ist in ihren Grundfesten erschüttert und droht einzustürzen. Die Gläubigen kamen unversehrt davon. Pastor Van Rooijen, seine Gouvernante und der untergebrachte deutsche Offizier wurden tödlich verwundet.
Der Pastor wird von der Oude Helenakerk begraben. Hans de Graaf: „Die evangelische Gemeinde hat hier eine große Hilfestellung geleistet. Van Rooijen ruht unter dem Kreuz auf dem Friedhof in der Nähe des Bahnhofs. Sein Grabstein wurde kürzlich restauriert.
1952 wurde unter großen finanziellen Opfern an gleicher Stelle eine neue Kirche mit Presbyterium errichtet. Seit den 1960er Jahren hat sich die Gesellschaft dramatisch verändert. Die Versäulung verschwindet langsam, der Individualismus erhebt sein hässliches Haupt.

Laien
In den 1970er Jahren ging das Elisabeth-Kloster zu Ende. Erziehung und Betreuung wurden von „Laien“ übernommen. Die Kirche ist nicht mehr Teil des Lebens aller. „Menschen treffen unterschiedliche Entscheidungen. Das Schrumpfen der Kirche hat begonnen. Kirchen kommen in einem „zu dicken Mantel“ daher. Church Balance Kampagnenkosten und -einnahmen sind aus dem Gleichgewicht. Die Church of the People verwandelt sich in eine Church of Choice. Du wählst es bewusst oder nicht.
Laut Hans de Graaf ist es der Zeitgeist. „Die Leute wollen ‚beweisen‘. Glaube und Vertrauen stehen unter Druck. Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche ist ebenfalls eine Katastrophe. Das gilt für mehr Organisationen, aber für eine Kirche, die Nächstenliebe verkündet …“ Laut De Graaf ist die Fragmentierung, die Spaltung der Gesellschaft überall ein Problem. „Schaut euch die Politik an, all diese neuen kleinen Parteien. Organisationen, die keine Freiwilligen finden können. Vereine werden aufgelöst, wie der gemischte Seniorenverein, der Damenklub und die Klepperklumpkes in Aalten. Gemeinschaftssinn, Service und Zusammenhalt bröckeln.

Auswahl
Die protestantische und die römisch-katholische Kirche müssen Entscheidungen treffen. Wie werden Wartungs- und Personalkosten gedeckt? „Weniger Menschen gehen in die Kirche, viele kehren der Kirche ganz den Rücken. Das Gemeinsame weicht dem Individualismus. Mit weitreichenden Folgen für die Kirchen. De Graaf fährt fort: „Christen sind jetzt in den Niederlanden eine Minderheit. Ich denke, dass auch der traditionell starke Christian Aalten diesem Trend später folgen wird.
Die Kirchengebäude werden einer anderen Bestimmung zugewiesen: Die Oosterkerk und die römisch-katholische Helenakerk wurden aus dem Gottesdienst genommen und verkauft. Es gibt interne Diskussionen über den Verbleib der Old St. Helena Church. „Für Katholiken ist die Kirche ein „Tempel des Herrn“. Zum siebten Mal müssen sie nun nach Aalten umziehen. Die evangelische Gemeinde Aalten empfing sie mit Gastfreundschaft. Ich hoffe, sie können sich an ihre eigenen Bräuche und Rituale halten.

Ju
Hans de Graaf sagt schmunzelnd: „Hier sagen wir oft ‚aju‘, ein schönes Abschiedswort. Sie kommt von Gott, geht mit Gott…“ Er schließt: „Die Bibel ist ein Buch voller Verheißungen. Trotz aller Höhen und Tiefen können wir uns auf die Verheißung der Bibel verlassen; dass wir zuversichtlich weitermachen können und dass es irgendwann klappt.

Adelbert Eichel

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