Die Autobahn A9 wird energieneutral sein

Der A9 wird energieneutral sein. Das bedeutet, dass die gesamte Energie, die die Autobahn zum Betrieb benötigt, mit Sonnenkollektoren entlang derselben Autobahn erzeugt wird – heißt es in einem Artikel auf der Website von Rijkswaterstaat. Rutger Mullemeister ist der Hauptdesigner dieses Stücks beim Auftragnehmer VeenIX. Wir haben ihn gebeten, uns mehr darüber zu erzählen, wie man eine Autobahn energieneutral macht.

„Entlang einer Autobahn gibt es alle möglichen Dinge, die Energie benötigen. Auf der A9 entfällt ein großer Teil des Energieverbrauchs auf die Dächer bei Amstelveen. Damit Autofahrer an Sommertagen nicht in einem schwarzen Loch versinken, gibt es viel Licht unter den Dächern. Viel Energie brauchen auch die Pumpanlagen an dieser Stelle unten, die dafür sorgen, dass wir die Reifen trocken halten, wenn wir im Regen durchfahren. Außerdem benötigt die Steuerelektronik der Schiphol-Brücke viel Energie. Weit mehr als der Betrieb von Brückenfahrbahnen. Denn der Motor läuft nur kurz. Diese Computer und all diese Systeme und die Kühlung all dieser Systeme brummen ständig. Und das kostet viel Energie, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag: 3 Millionen Kilowattstunden verbraucht diese Autobahn im Jahr. Zum Vergleich: Ein niederländischer Haushalt verbraucht durchschnittlich 2.729 Kilowattstunden pro Jahr. Die Autobahn verbraucht damit etwa so viel Energie wie 1.100 Haushalte.


(Quelle Rijkswaterstaat/VeenIX – 2022)

Der geplante Solarpark entlang der Autobahn A9 am Kreuz Holendrecht

Solarparks. In der Ausschreibung hat sich VeenIX verpflichtet, diese Autobahn energieneutral zu bauen. Dafür bauen wir zwei Solarparks. Einer in Amstelveen am Rand der Autobahn bei Krijgsman und einer unter den Achseln der Holendrecht-Kreuzung. Die Anzahl der von uns installierten Paneele kann nicht mit der Anzahl der Paneele in einem Haus verglichen werden. Mit Solarparks produzieren wir gleichzeitig so viel Energie, dass wir an das Hochspannungsnetz anschließen.

Es ist nicht so, dass es zwischen den Solarmodulen und beispielsweise der Schiphol-Brücke ein direktes Kabel gibt. Wir haben das erforscht, aber es ist nicht möglich, weil die Technologie noch nicht weit genug fortgeschritten ist, um genügend Energie zu speichern. Denn mit Sonnenkollektoren produzieren Sie tagsüber und im Sommer die meiste Energie, aber eine Autobahn verbraucht abends und im Winter die meiste Energie. Es ist möglich, Energie für 24 Stunden zu speichern, aber für eine ganze Saison ist die Technologie noch nicht so weit.

Projektende. „Die Tausenden von Solarmodulen werden am Ende des Projekts installiert. Denn bevor Sie sie platzieren können, muss die Piste bei Krijgsman fertig und die Abzweigung Holendrecht komplett fertig sein. Das Wasser tritt an der Achselhöhle des Knotens ein und über diesem Wasser, fest mit dem Boden verankert, befinden sich die Sonnenkollektoren.

VeenIX ist ein Konsortium aus der australischen Investmentbank Macquarie, dem deutschen Technologieriesen Siemens, dem spanischen Bauunternehmen FCC und dem Rotterdamer Projektmanagementunternehmen Count & Cooper.

Helfried Beck

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