Deutschland und die Vereinigten Staaten werden russische Gebietsgewinne in der Ukraine niemals anerkennen | JETZT

NU.nl gibt Ihnen einmal täglich einen Überblick über die Situation in der Ukraine. Diesmal: Deutschland und die Vereinigten Staaten werden russische Gebietsgewinne in der Ostukraine niemals anerkennen und die Ukraine hat russische Generäle mit Hilfe amerikanischer Geheimdienste getötet, aber es gibt noch keine Anzeichen für eine umfassende Gegenoffensive.

Zunächst die Aussagen aus Berlin und Washington. Bundeskanzler Olaf Scholz und Präsident Joe Biden versprachen in einem Telefongespräch, dass sie russisch besetzte Gebiete in der Ostukraine niemals als russisch betrachten würden.

Beide Führer betonen, dass beispielsweise Versuche, eroberte Gebiete in den östlichen Regionen Donezk und Luhansk an Russland zu annektieren, nicht akzeptabel seien. Dort können Referenden abgehalten werden, bei denen die Einwohner sich entscheiden können, Russland beizutreten.

Scholz und Biden waren sich zudem einig, dass das Land von Wolodymyr Selenskyj weiterhin auf Unterstützung bei der Selbstverteidigung des Landes zählen kann. Das Paar forderte Russland erneut auf, die Offensive zu stoppen.

Russland soll den Waffenstillstand von Mariupol ignoriert haben

Laut Kiew hat Russland einen Waffenstillstand in Mariupol ignoriert. Berichten zufolge bombardierten russische Truppen erneut das Stahlwerk in der südlichen Hafenstadt. Es ist die letzte ukrainische Militärhochburg in Mariupol.

Etwa zweihundert Zivilisten bleiben im Industriegebiet, nachdem in den Tagen zuvor mehrere Hundert evakuiert worden waren.

Am Donnerstag, Freitag und Samstag sollen zwischen 8 und 18 Uhr wieder Evakuierungen für zurückgelassene Zivilisten stattfinden, aber das scheint derzeit nicht zu passieren, sagte Kiew. Russland bestreitet, den Waffenstillstand gebrochen zu haben.

Die Vereinten Nationen, die die Evakuierungen koordinieren, lehnten es ab, sich zu den russischen und ukrainischen Behauptungen zu äußern. Martin Griffiths, der UN-Chef für humanitäre Angelegenheiten, sagte nur, dass am Freitagmorgen ein Konvoi abgefahren sei, um Zivilisten aus dem Kriegsgebiet abzuholen. Die Behauptungen wurden auch nicht von anderen Dritten, sondern von der Nachrichtenagentur verifiziert Reuters hatte Aufnahmen von einem offensichtlichen Bombardement.

Das Azovstal-Stahlwerk in Mariupol.


Das Azovstal-Stahlwerk in Mariupol.

Das Azovstal-Stahlwerk in Mariupol.

Foto: Reuters

Die Ukraine sagt, sie werde ihre Gegenoffensive erst Mitte Juni starten

Die ukrainische Armee sei noch nicht in der Lage, eine umfassende Gegenoffensive in Mariupol und der Ostukraine zu starten, sagte der ukrainische Präsidentenberater Oleksiy Arestovych. Das Land wartet immer noch auf viele Waffenlieferungen aus dem Westen und die Armee muss noch für viel Ausrüstung ausgebildet werden. „Wir rechnen nicht vor Mitte Juni mit einer Gegenoffensive“, sagte Arestovych.

Militärexperten haben in den letzten Wochen festgestellt, dass die Russen in der Ostukraine kaum territoriale Gewinne erzielen und gleichzeitig schwere Verluste erleiden, wie dies in der Nord- und Südukraine geschehen ist. Dies warf die Frage auf, ob die Ukraine bald revanchieren könnte.

In den vergangenen Wochen ist es dem Land gelungen, mehrere russische Generäle zu töten, und zwar laut Die New York Times Dies geschah mit Hilfe von US-Geheimdiensten.

Hochrangige US-Beamte sagten, die Vereinigten Staaten hätten Informationen über das Kampfgebiet sowie über erwartete russische Truppenbewegungen weitergegeben. Dank Washington wäre Kiew auch auf den mobilen Stab der russischen Armee aufmerksam geworden.

Israel: Putin entschuldigt sich für antijüdische Äußerungen

Auch auf diplomatischer Ebene gab es am Donnerstag Neuigkeiten. Beispielsweise behauptet Israel, Putin habe sich für die jüngsten antijüdischen Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow entschuldigt.

Lawrow sagte, dass Juden „die größten Antisemiten“ seien und dass, wie Selenskyj, auch Adolf Hitler „jüdisches Blut“ habe. Putin hatte am Donnerstag Telefonkontakt mit dem israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett. Moskau hat nicht bestätigt, dass er sich tatsächlich entschuldigt hat.

Bundespräsident darf doch in die Ukraine kommen

Zudem bügelte Selenskyj einen diplomatischen Streit mit Deutschland aus. Deutsche Politiker waren Mitte April verärgert darüber, dass ein Arbeitsbesuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abgelehnt worden war. Zelensky hat ihn und Scholz nun doch eingeladen.

Bei einem Arbeitsbesuch Mitte April betonte Steinmeier ausdrücklich seine Unterstützung für die Ukraine. Er sollte mit den Staatsoberhäuptern Andrzej Duda (Polen), Alar Karis (Estland), Egils Levits (Lettland) und Gitanas Nauseda (Litauen) reisen, aber er war der einzige, der nicht willkommen war.

Warum Steinmeier nicht reisen durfte, wurde nie klar. Vielleicht hat es mit Steinmeiers politischer Geschichte zu tun.

Der Deutsche war vor seiner Präsidentschaft zweimal Außenminister. Kritiker sagten, er sei als Minister nicht stark genug gegen Russland vorgegangen. Erste Fehler hatte Steinmeier Anfang April eingeräumt

Adelbert Eichel

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