Deutsche Politik nach großem Hack in Aufruhr

Sensible Informationen über Hunderte von deutschen Politikern sind im vergangenen Monat online aufgetaucht. Dazu gehören Telefonnummern, Privatadressen, Kreditkarteninformationen und in einigen Fällen ID-Scans, Rechnungen, interne Korrespondenz und private Chats. Das berichtet die Tagesschau am Freitag, 4. Januar 2019.

Die Daten wurden Berichten zufolge ab Anfang Dezember schrittweise über Twitter veröffentlicht Tagesschau† Bis Ende des Monats waren dem Account Daten von Politikern aus praktisch allen Fraktionen des Deutschen Bundestags zugespielt worden. Darüber hinaus mussten einige Abgeordnete und politische Führer auf Landes- und Gemeindeebene den Preis dafür zahlen.

Auch die Daten von Bundeskanzlerin Angela Merkel seien auf der Straße gewesen, haben Beamte nun bestätigt. Bisher scheinen jedoch keine politisch sensiblen Informationen durchgesickert zu sein. Das Cyberabwehrzentrum, die deutsche Organisation, die für die Verhinderung von Cyberangriffen auf staatliche Einrichtungen zuständig ist, ermittelt derzeit. Die Justizministerin spricht von einem schweren Verstoß, der das Vertrauen in Demokratie und Institutionen untergräbt.

Politische Motive

Aus unbekannten Gründen wurde das Leck erst am Donnerstagabend, 3. Januar 2019, bemerkt. Dies führte zu Krisenberatungen und Sofortmaßnahmen in vielen politischen Parteien. Wie die Hacker an die Daten und Dateien gelangten, ist unklar. Unklar ist auch, wer hinter der Datenpanne und der Veröffentlichung steckt. Wir wissen nicht, ob es politische Motive gibt. Offenbar blieben Politiker der rechten Partei AfD (Alternative für Deutschland) von den Hacks verschont. Es kann aber auch damit zusammenhängen, dass die Daten bereits eingegeben wurden, bevor diese Partei 2017 in den Bundestag einzog.

Im Herbst ließ der Hacker über Twitter auch Daten anderer prominenter Deutscher durchsickern. Das fragliche Konto hatte mehr als sechzehntausend Abonnenten, ist aber jetzt nicht verfügbar.

Trojaner

2015 stellte sich heraus, dass Kriminelle monatelang Zugriff auf die IT-Infrastruktur des Bundestags hatten. Dies geschah mit Hilfe eines Trojaners, eines bösartigen Softwarecodes, der sich in das Netzwerk einschleicht und das System von innen heraus stört.

Die anschließende Untersuchung ergab, dass die Hacker aus Russland kamen. Seitdem wurde die IT-Sicherheit im Parlament komplett erneuert und verbessert. Dennoch konnten sich Anfang 2018 wieder unbefugte Personen Zugang zum langjährigen Netzwerk verschaffen.

Adelbert Eichel

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