Der Mercedes-Prototyp legt 1000 Kilometer ohne Nachladen zurück

Der Mercedes EQXX. © Daimler

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Ein Elektroauto-Prototyp von Mercedes-Benz hat 1.000 Kilometer zurückgelegt, ohne zwischenzeitlich aufgeladen zu werden.

Dies geschah mit einem Akku, dessen Kapazität mit der aktueller Modelle vergleichbar ist.

Das Modell mit dem Namen EQXX nutze Technologien, die in zwei bis drei Jahren in Autos Einzug halten werden, sagte Markus Schäfer, Leiter Forschung und Entwicklung des deutschen Unternehmens. So ist das Auto beispielsweise mit einem aerodynamischen Profil ausgestattet und aus leichteren Materialien gefertigt. Darüber hinaus verfügt das Modell über eine verbesserte Energierückgewinnung beim Bremsen, eine leichtere Batterie, Sonnenkollektoren auf dem Dach zur Stromversorgung der Systeme und ein Antriebssystem mit sehr geringem Energieverlust.

Das Auto habe insgesamt 1.008 Kilometer vom Forschungszentrum Sindelfingen in Süddeutschland bis nach Cassis an der französischen Riviera zurückgelegt, teilte Mercedes in einer Erklärung mit. Knapp zwölf Stunden benötigte der Wagen für die Fahrt und hätte bei der Ankunft noch 140 Kilometer Reichweite.

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Die Reise von Deutschland nach Südfrankreich sei laut Schäfer eine gute Gelegenheit, „verschiedene Profile“ von Straßen, Temperaturen und Steigungen zu testen. Das Auto fuhr zum Beispiel auch durch die Alpen. Bis 2024 will Mercedes-Benz die neue Technologie in großem Maßstab einsetzen.

Der Verbrauch des Autos lag bei 8,7 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Damit war das Auto mindestens doppelt so effizient wie aktuelle Modelle. Die elektrische S-Klasse EQS, das aktuelle Elektro-Topmodell des über 100.000 Euro teuren Autobauers, verbraucht auf dem Papier zwischen 16 und 17 kWh auf 100 km. Unter realen Umständen sind es oft mehr. Die Reichweite beträgt 780 Kilometer nach WLTP-Standard.

Teslas Model 3 und Model S, die als Konkurrenten gelten, haben laut WLTP eine Reichweite von bis zu 650 Kilometern. Die Autos haben einen Verbrauch, der in der Regel zwischen 16 und 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer liegt.

Helfried Beck

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