Dauertest Renault Megane E-Tech: Ein schwerer Abschied

Rutger Middendorp testet Autos im Bright Endurance Test. Folgen Sie auch unserem YouTube-Kanal

Die besten französischen Klassiker sind überraschend, schön, von der Norm abweichend und regelmäßig frustrierend in der Anwendung. Denken Sie an den Citroën BX, den Renault Avantime, das Peugeot 406 Coupé und viele andere französische Produkte. Der Citroën DS-5 war der letzte Franzose, den ich getestet habe, der ihm begegnet ist.

Die Autos wurden dann zuverlässiger, aber auch mittelschwerer. Ein Peugeot 308 der Vorgängergeneration ist an allen Fronten deutscher geworden. Jetzt vereinten sich Peugeot, Citroën, Opel, Fiat und Jeep eine große Gruppe Bei der Arbeit erwartete ich, dass die Überraschungen verschwinden würden und wir nur noch gepflegte, mittelmäßige Autos mit frischem Styling aus Frankreich bekommen würden.

Renault arbeitet seit Jahren mit Nissan zusammen. Vor allem auf dem Papier, in der Praxis haben wir bis auf ein paar Firmenwagen wenig gesehen. Aber der Renault Megane E-Tech ist ein Nissan Ariya unter der Haut. Auch hier erwartete ich vorhersehbare Zuverlässigkeit mit einem Hauch von französischem Design hier und da. Alter, ich lag falsch.

grausame Geliebte

Der 100% elektrische Renault Mégane E-Tech war eine grausame Geliebte (m/w/x). Verführerisch, kokett, überzeugend und dann in letzter Minute im Stich gelassen. Damit kann ich bei einem normalen Dauertest leben. Der Wahnsinn hält einen Monat an und verschwindet dann wieder. Aber ich bestellte mit meinem hart verdienten Geld einen elektrischen Kia Niro eines neuen Modells, und der Megane E-Tech war der einzige wirkliche Konkurrent bei dieser Entscheidung. Dieser Monat war also eine Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der ich an einem Tag über die Kia-Broschüre geweint und am nächsten triumphal damit geschwenkt habe. Lassen Sie mich die Höhen und Tiefen erklären.

Der neue Kia Niro EV ist ein wunderschönes Auto. Aber meiner Meinung nach sieht der Megane E-Tech definitiv etwas besser aus. Und dann bist du noch nicht eingetreten. Diese Sitze, dieser große Bildschirm, diese Google-Oberfläche, diese gestochen scharfen Grafiken, dieses wunderschön verarbeitete Lenkrad. Sie haben schöne Leute in Winsum und Sie haben schöne Leute in Paris. Der Mégane ist wunderschön in Paris.

sehr sparsam

Um mein Schicksal noch schwerer zu machen, ist der Mégane wirklich extrem sparsam. Bei einer Autobahnfahrt in Deutschland (mit vielen Baustellen und einigen Staus) habe ich 10,7 kWh auf 100 Kilometer verbraucht. Das heißt Lightyear-Territorium† Das bedeutet fast 600 Kilometer Reichweite. Zugegeben, es waren optimale Bedingungen in Bezug auf Temperatur und Geschwindigkeit, aber verdammt. Bei ungünstigsten Bedingungen habe ich es immerhin geschafft, 16 kWh auf 100 Kilometer zu erreichen. Es ist exzellent.

Schnellladen erreichte selten die 130 kW Höchstgeschwindigkeit, aber wir mussten keinen zusätzlichen Stopp einlegen oder länger als gewöhnlich beim Mittagessen von Frankfurt nach Winsum über Arnheim warten. Unterwegs konnte ich Google allerlei Fragen zu Gesprächsthemen stellen: Wie lange braucht der Zug von Utrecht nach Frankfurt. Wie viel ist 28 x 100/24? All das kann Ihnen der Infotainment System Assistent sagen. Kurz gesagt: Das Auto ist schöner als der Niro EV und sparsamer und intelligenter. Ich kann weinen.

Koreanische Scheinehe

Während ich auf einer Autobahn in Deutschland meine französische Herrin betrog und überlegte, meinem zukünftigen Koreaner zu sagen, dass es nicht weitergehen könne, klingelte mehrmals das Armaturenbrett. Ohne anzugeben, was falsch war. Etwas später noch. Später in der Fahrt erschien eine Fehlermeldung von den Parksensoren. Bei der Rückkehr wurde ich gebeten, die Beleuchtung zu überprüfen, da sie auch nicht mehr funktionierte. Als ich das Schnellladegerät ausschaltete, reagierte die Taste nicht, um den Stecker zu lösen. Nach ein paar Versuchen ist es immer noch entsperrt.

Als ich im Konfigurator nachschaute, ob das über 55.000-Euro-Auto, das ich für 10.000 weniger fuhr, noch interessant war, wurde diese kurze Angelegenheit abgebrochen. Mit dem Infotainmentsystem von Google und dem großen Akku liegt der Einstiegspreis bei 45.190 Euro. 190 Euro über der Stipendiengrenze. Und dann fährt man ohne adaptive cruise control, ohne Parksensoren rundum, ohne Harman Kardon Soundpaket, ohne Wärmepumpe und ohne dieses schöne schwarze Dach.

Ich und meine koreanische Scheinehe werden überleben. Aber verdammt, Mégane, du hast mir das Leben schwer gemacht.

Helfried Beck

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