Das Mauritshuis taucht in seine eigene Kriegsvergangenheit ein

Sie blättern in einem großen Sammelalbum und zeigen das Logbuch des Verwaltungsbeamten De Groot. Und es gibt auch einen Katalog einer Ausstellung mit Heimatkunst aus der Ruhrmark. Head of Collection & Science Edwin Buijsen und Projektassistentin Marie Mundigler sprechen begeistert von dem im vergangenen Jahr gestarteten Forschungsprojekt, an dem auch das NIOD Institute for War, Holocaust and Genocide Studies und das RKD Netherlands Institute for Art History zusammenarbeiten.

„Wir haben schon viel entdeckt. Wie das Logbuch von De Groot. Während des Krieges lebte er mit seiner Familie im Keller des Museums und beobachtete alles“, sagt Buijsen. Dank des Kontakts mit der Familie, die heute in Kanada lebt, wurden viele Informationen über die Kriegszeit veröffentlicht.

Mundigler sticht besonders in der Rolle des Regisseurs Wilhelm Martin hervor, Nachfolger des berühmten Abraham Bredius. „Er hatte bereits 1939 einen Bunker unter dem Museum errichtet, um die Gemälde schnell in Sicherheit bringen zu können. Weniger entscheidend waren das Rijksmuseum und das Gemeentemuseum. Um zu verhindern, dass das Museumsgebäude von den Deutschen beschlagnahmt wird, ließ Martin nach eigenen Angaben in den ersten Kriegsjahren dort öffentliche Musikaufführungen veranstalten. Er versuchte auch, die Deutschen so weit wie möglich aufzuhalten. Es hat nicht immer funktioniert, aber es könnte auch eine Taktik gewesen sein, mutmaßt Buijsen.

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Eröffnung der Ausstellung „Das deutsche Buch“ im Mauritshuis. Vrnl Seyss Inquart, Generalkommissar Schmidt und hoher Beamter T. Goedewaagen. (HGA/Stapf Bilderdienst)

„Gib manchmal nach, damit sie nicht übernehmen“, sagt er. Und so drang die NS-Propagandamaschine mehrfach in das prächtige Stadtschloss ein. 1941 gab es die Ausstellung „Das Deutsche Buch“. Später folgten unter anderem Ausstellungen zu Bernstein und Kunst aus dem Ruhrgebiet (nicht der Region).

Musserts Augen

„De Groot hat in sein Tagebuch geschrieben, was jeden Tag im Museum los war“, erklärt Buijsen. „So schien ein Besucher der Buchausstellung vor dem Porträt von Anton Mussert in ein Buch über die NSB gestochen zu haben. Die NSB forderte die Entfernung des Buches, was – nachdem De Groot es wieder angebracht hatte – schließlich geschah.

Poldie Hall

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