Coronel schlägt auf Hamilton ein: „Er sucht nach Ausreden und ist zu beschäftigt mit Randproblemen“

Nach einer Zeit erfolgreicher Dominanz in der Formel 1 sitzt Mercedes in dieser Saison in einem ganz anderen Boot. Der deutsche Rennstall hat sich mit George Russell Nachwuchs geholt, tut sich aber mit seinem neuen Auto schwer. Mittlerweile hat die Liga Ordnung geschaffen und damit scheinen Siege für Mercedes in weiter Ferne. Lewis Hamilton tut sich damit schwer, sieht Fahrer Tim Coronel.

„Was man als Fahrer braucht, ist ein stabiles Umfeld, in dem man sich entfalten kann. Das ist bei Hamilton und Mercedes überhaupt nicht der Fall. Da sieht man viel Grunzen und Ausreden, dann bekommt man so eine Art negatives Momentum“, analysiert der Niederländer Pilot zu Motorsport.com† Im Gegensatz zu Teamkollege Russell kämpft der siebenmalige Weltmeister mit seinem neuen Auto, das keine Ergebnisse gebracht hat. „Er bekommt ständig neue Hits von Russell, die ihm nicht gefallen werden.“

Ein großes Lob an Russell, der es geschafft hat, bei jedem Grand Prix für Mercedes unter die ersten fünf zu kommen. „Er hat gelernt, in schlechter Ausrüstung zu fahren und das Beste daraus zu machen. Diese Fähigkeiten helfen ihm jetzt, das Beste daraus zu machen, und er tut es. Auch beim Grand Prix von Miami setzte sich der junge Brite gegen seinen erfahrenen Teamkollegen durch. Coronel glaubt, dafür eine Erklärung zu haben. „Hamilton ist zu sehr mit Randdingen wie ihrem Schmuck und anderem Unsinn beschäftigt.“

Hamilton ist zu passiv

Was Coronel auch auffiel, war die Tatsache, dass Hamilton während der Safety-Car-Situation in Miami deutlich weniger Initiative ergriff. „In Zeiten wie diesen muss man als Fahrer die Dinge selbst in die Hand nehmen. Hamilton hat seinem Team die Wahl überlassen. Russell hingegen hat sich selbst entschieden und als Team auf neue Reifen gesetzt.“ Der Pilot kennt die Bedingungen besser und manchmal muss man Mut haben, um Risiken einzugehen.

Helfried Beck

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