Bundesmarinechef verlässt nach Aufruhr um Äußerungen, die Putin fördern

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Der Chef der deutschen Marine ist zurückgetreten, nachdem er durch Äußerungen über Wladimir Putin und die Ukraine diskreditiert worden war. Kay-Achim Schönbach hatte in einem Video gesagt, dass der russische Staatschef Respekt verdiene und die Ukraine die von Russland annektierte Halbinsel Krim niemals zurückerhalten werde.

„Was er wirklich will, ist Respekt“, sagt Schönbach im YouTube-Video von Putin. „Jemandem Respekt zu zollen, kostet wenig oder gar nichts. Es ist einfach, ihm den Respekt zu zollen, den er verlangt – und wahrscheinlich verdient.“

Schönbach äußerte sich während einer öffentlichen Debatte in Indien:

Auf der Krim, die Russland 2014 annektierte, sagte Schönbach, sie werde sich nie wieder der Ukraine anschließen. „Die Halbinsel Krim ist weg, sie wird nie wiederkommen, das ist eine Tatsache“, sagte der Vizeadmiral. Dies widerspricht der westlichen Ansicht, dass eine Annexion inakzeptabel ist und rückgängig gemacht werden muss.

Das Verteidigungsministerium in Berlin sagte, seine Äußerungen seien nicht mit der Position der Regierung vereinbar. „Admiral Schönbach wird die Möglichkeit haben, dem Chief of Defense seine Meinung zu erläutern“, sagte ein Sprecher heute.

Schönbach kündigte daraufhin an, dass er von seiner Position als Marineinspektor, dem dienstältesten Soldaten in dieser Armeeeinheit, zurücktreten werde. Zuvor entschuldigte er sich für seine „unüberlegten“ Kommentare und nannte sie einen Fehler.

Zuvor hatte das ukrainische Außenministerium den deutschen Botschafter aufgefordert, Rechenschaft über „inakzeptable Äußerungen des Kommandeurs der deutschen Marine“ abzulegen. Ein Ministeriumssprecher in Kiew warnte, solche Äußerungen könnten die westlichen Bemühungen zur Entschärfung der Lage schwächen.

Spannungen

Die Turbulenzen um den deutschen Vizeadmiral kommen zu einem sensiblen Zeitpunkt. Russland hat über 100.000 Soldaten an der ukrainischen Grenze versammelt. Westliche Länder befürchten eine Invasion und haben Russland vor den Folgen gewarnt, falls dies der Fall ist. Moskau sagt, es habe keinen Angriffsplan, drängt aber gleichzeitig die Nato, die Aktivitäten des Bündnisses drastisch einzuschränken. Auch Schönbach nannte die russischen Angriffspläne „Unsinn“.

Adelhard Simon

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