Aktienmärkte wehren Zinsängste ab, Tech-Unternehmen steigen – Wel.nl

AMSTERDAM (Reuters) – Anleger an den europäischen Aktienmärkten wiesen am Freitag Bedenken über Zinserhöhungen der Zentralbanken zurück. In der Folge verzeichneten insbesondere Technologie- und Chipunternehmen starke Kurssteigerungen. Am Damrak gehörten ASMI, Besi und ASML mit Gewinnen von bis zu 4,8 % zu den größten Aufsteigern.

Auch das enttäuschende Wachstum der chinesischen Wirtschaft im letzten Quartal und die politische Krise in Italien schreckten die Anleger nicht ab. Der AEX-Index am Beursplein 5 stieg um die Mittagszeit um 0,9 % auf 665,60 Punkte. Der MidKap legte um 0,5 % auf 881,94 Punkte zu. Die Börsen in Frankfurt, London und Paris legten um 1,3 % zu.

Der Mailänder Hauptindex stieg um 1,2 %, nachdem er einen Tag zuvor mehr als 3 % verloren hatte. Der italienische Ministerpräsident Mario Draghi hat Präsident Sergio Mattarella zum Rücktritt aufgefordert, nachdem eine Koalitionspartei an einer wichtigen Vertrauensabstimmung nicht teilgenommen hatte. Der Präsident lehnt jedoch Draghis Rücktritt ab und möchte, dass der Premierminister im Parlament nachfragt, ob es noch eine Mehrheit gibt, um weiterzumachen.

Bankensektor

Der Bankensektor blieb im Rampenlicht. Die italienischen Banken UniCredit und Mediobanca gaben nach deutlichen Kurssenkungen am Vortag leicht nach. Am Damrak fielen ING und ABN AMRO um 1,3 bzw. 1,7 %. Niederländische Banken haben am Donnerstag aufgrund von Rezessionsängsten bereits mehr als 5 % verloren. Die Anleger warten immer noch auf die Ergebnisse der US-Banken Citigroup und Wells Fargo, die im Laufe des Tages veröffentlicht werden.

Tech-Investor Prosus kämpfte mit Verlusten im chinesischen Technologiesektor und lag mit einem Minus von 1,2 % in der unteren Gruppe des AEX. TomTom war unter kleinen Unternehmen fast 14 % mehr wert. Der Versandspezialist sah im letzten Quartal bei nahezu gleichem Umsatz den Verlust steigen. Trotz der unsicheren Marktbedingungen hält das Unternehmen an seiner Umsatzprognose für dieses Jahr fest.

Vereinen

In Frankfurt wuchs Uniper um 9 %. Fortum, der größte finnische Anteilseigner des deutschen Energiekonzerns, sagte, man erwäge alle Optionen, um Uniper über Wasser zu halten. Zuvor sagte Fortum, er sehe keine weitere Hilfe für das Unternehmen. Uniper steckt in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten, weil Moskau russische Gaslieferungen nach Deutschland abgewürgt hat. Das Unternehmen hat sich bereits hilfesuchend an die Bundesregierung gewandt.

Der Euro war 1,0036 $ wert gegenüber 1,0029 $ am Vortag. Der Preis für ein Barrel amerikanisches Öl stieg um 0,3 % auf 96,03 Dollar. Brent-Öl verteuerte sich um 0,7 % auf 99,78 $ pro Barrel.

Helfried Beck

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